Druckschrift 
Geschichte der Familie Baetcke
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen
 

- 99 -

„3" 6er legten jeit k' n id? r>tel auf Keifen gewefert, uerfteht fi<ß in„(Sefcßäften, weil man ijier wenige com paufe aus macht, o6er uielmeßr machen„Fann, 6a 6ie Communication jmifdjen 6cn uerfeßiebenen ©rtfcßaften 511 fd}led)t ift.

„Poften giebt es nur jroifdjen Pera^Cru; utib NTejico cinerfcits 11116„©rijaba uti6 DIerico anbererfeifs. Jahrbare iPege giebt es fonft uodi feine.„Nun ift 6as Keifen 511 Pfer6e in öiefert malerifcß wilben uuö unwegfameu„(Segenben wohl intereffant, bietet im übrigen aber 6es Kitgenehmen gar wenig„6ar, unö was man Ijauptfdd)Iidi entbehrt, 6as ift nad? einer langen, mühfamen„Dagesreifc ein gutes reinliches XPirthshaus, wo man fid? ungeftört uon feinen„Strapa5en erholen fann. Darauf fanu man hi° 1 ' c t' cn n 'd)t rechnen. Kuf öer„Koute jusifd^en Pera=<£ru3 11116 NTejico finö 3iuar auf beu uerfeßiebenen PofP„ftationen feit einigen Jahren uon Jremben red)t gute iPirthshäufer angelegt,„iuo man für 4. Pefo (fq, (Ert.*NTf.) recht gut 311 Kbenö ißt, tmb ein reinliches„Bett erhält, tuenn man aud} häufig mit mehreren in einem Limmer fcßlafen„muß. 3n anberen (Segenben aber fann man häufig beibes für alles (Selb„nicht erhalten, unb muß mau froh fein, tuenn man fein Pferb nur erträglich„uerforgen fann. Stäbte uon \2—föOOO (Einwohnern feuneu meiftens noch feine„IPirthshäufer; ©r^aba mit 25 000 (Einwohnern h at bereu 3iuei. Kber„tuas für IPirthshäufer! Klau erhält ein Limmer mit einem ©if<h, einem Stuhl„unb einem Borb 5UIU Schlafen, fann fich bas <£ffen außerhalb bes paufes„fud)eu, unb niuf beunoch l pefo (3 Crt.-KTf. 8 S<ß.) be3ahlen. Dort, wo„man nod] feinen BeFaituten 311111 (Einfehren hat, reitet man auf ein anftänbiges„l}aus 311 unb bittet um Nachtquartier, tuas aud) feiten abgefdjlageu tuirb. Der„getudhnlidje IRejicaner hat aber nur ein Bett, luemt er überhaupt eins befißf,„unb nadpeiu man fich mübe geritten, bann ntübe er3ählt hat, utib mit beut„mäßigen NTejicaner eine gar fleine Nbenbiiiahßcit uon Bohnen (frijoles) unb„IRaisfudien (tortillas) eingenommen hat, erhält mau eine Blatte 511111 Schlafen,„tuomit man gewöhnlich nach & em ©orribor bes ffaufes geht, um ben uielen„flöhen nur einigermaßen 3U entgehen, ^wei ober brei folcßer Nächte Iaffe ich„mir feßon gefallen, aber inährenb 2—3 lPo<ßen nicht aus bem ^euge 3U fommen,„finbe id) bod) gar unangenehm, unb bin h^jKd? wieber h«im 511 fein.

„Knbere Jrembe tuollen fidj feßon au biefe Nrt bes Keifeus gewöhnt haben, bod}„haben fie gewiß weniger Knochen unb mehr Jleifd) als ich, °ber ftellen fich auch„nur fo, als ob fie fich baran gewöhnt hätten.

„Nadi bem leßten Briefe uon 3 u ttus' (Emilie waren in Hamburg„alle red}t munter unb gefunb. E)offentIich toirb mir ber nächfte Brief uon (Euch„ebenfo angenehme Nachrichten bringen, unb bitte ich Did), in Deinen Berichten„nur immer recht in's Kleiufte 311 gehen. Nach bem (Steinen mag i<ß nicht„fragen; ich fönnte Seiten bamit ausfüllen, boeß ift mir Na<ßricßt uon jebem„(Ein3elnen nur theuer unb angenehm, unb häuge ich noc fy m 't berfelben Siebe„wie früher an <£ucß Kllen.

„(Srüße meine alte, gute Blutter, grüße fie Nile recht h er äft<ß ücm m ' r /„unb ucrfichere fie meiner unueränberten Siebe unb Knhäuglichfeit. Dir, meine„liebe (Emilie, ftatte ich meinen befonberen Danf für Deine häufigen Briefe ab.„Säheft Du meine Jreube, wenn ich einen Brief uon 3U i^aufe erhalte, ich glaube,„Du würbeft noch mehrere feßreiben. Sebe wohl, meine liebe (Emilie, unb benfe„recht oft an

„Deinen Jrans Baetcfe."

13*