„Du merkest, theurer Graf, ohn' Zweifel heute an,
Was in der Fremde Gott für Gut's an Dir gethau,
Und was or auch indess den Deinen hat erwiesen,
Und sprichst: der Höchsto' sei vor Alles hoch gepriesen!"
Nach einer Danksagung für die Bewahrung des jungenGrafen schliesst das Gedicht mit der Bitte:
,, — — — Steh ihnen ferner bei,
Mach, dass Ihr ganzes Haus von Dir gesegnet sei,
Lass unsren Christian in Deinem Reiche grünen
Und Eltern, Stadt und Land zur steten Freude dienen" 1 ).
Christian Johann regierte von 1755—1758 zum .Wohle'seiner Unterthanen und wird als ein „edler, tüchtiger undgottesfürchtigcr Regent" geschildert 2 ). Das kirchliche Lebenhatte unter ihm wie zu Zeiten seines Vaters eine wirklicheBlüthezeitf). Als die auf der Alt-Leininger Linie haftendenSchulden den Grafen zu sehr drückten,! legte er die Regierungnieder, worauf die Verwaltung seines Besitzes von KaiserFranz L, dem Schwiegervater Christian Johanns, dem Wild-ernd Rheingrafen Carl Walrad zu Salm-Grumbach übertragenwurde.
1764 wurde Graf Christian Johann zum kaiserlichenKämmerer ernannt; nur 40 Jahre alt, sehloss er sein Lebenschon am 18. Febr. 1770 zu Grünstadt und wurde daselbst inder gräflichen Gruft der Martinskirche am 20. Febr. beigesetzt.
Vermählt war derselbe mit: Christiane FranziskaEleonore, Tochter des Wild- und Rheingrafen Carl Walradzu Salm-Grumbach und der Jul. Franeisca Gräfin von Prösing,geboren 10. Aug. 1735, vermählt zu Grumbach 5. Dec. 1754.Sie führte nach dem Tode ihres Gatten die Vormundschaft
l ) Grünstadtor Pfarrbeschreibung des Dekan Guth, 1866; S. 146. Ma-nuscript.
5 ) Gümbel, Gesch. d. prot. Kirche d. Pfalz, S. 71.
3 ) Die pfalzer Kirche am Ende des 18. Jahrhds., H. Theil; 1887. Vortragvon Dekan Guth zu Grünstadt.