Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
271
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Du merkest, theurer Graf, ohn' Zweifel heute an,

Was in der Fremde Gott für Gut's an Dir gethau,

Und was or auch indess den Deinen hat erwiesen,

Und sprichst: der Höchsto' sei vor Alles hoch gepriesen!"

Nach einer Danksagung für die Bewahrung des jungenGrafen schliesst das Gedicht mit der Bitte:

,, Steh ihnen ferner bei,

Mach, dass Ihr ganzes Haus von Dir gesegnet sei,

Lass unsren Christian in Deinem Reiche grünen

Und Eltern, Stadt und Land zur steten Freude dienen" 1 ).

Christian Johann regierte von 17551758 zum .Wohle'seiner Unterthanen und wird als einedler, tüchtiger undgottesfürchtigcr Regent" geschildert 2 ). Das kirchliche Lebenhatte unter ihm wie zu Zeiten seines Vaters eine wirklicheBlüthezeitf). Als die auf der Alt-Leininger Linie haftendenSchulden den Grafen zu sehr drückten,! legte er die Regierungnieder, worauf die Verwaltung seines Besitzes von KaiserFranz L, dem Schwiegervater Christian Johanns, dem Wild-ernd Rheingrafen Carl Walrad zu Salm-Grumbach übertragenwurde.

1764 wurde Graf Christian Johann zum kaiserlichenKämmerer ernannt; nur 40 Jahre alt, sehloss er sein Lebenschon am 18. Febr. 1770 zu Grünstadt und wurde daselbst inder gräflichen Gruft der Martinskirche am 20. Febr. beigesetzt.

Vermählt war derselbe mit: Christiane FranziskaEleonore, Tochter des Wild- und Rheingrafen Carl Walradzu Salm-Grumbach und der Jul. Franeisca Gräfin von Prösing,geboren 10. Aug. 1735, vermählt zu Grumbach 5. Dec. 1754.Sie führte nach dem Tode ihres Gatten die Vormundschaft

l ) Grünstadtor Pfarrbeschreibung des Dekan Guth, 1866; S. 146. Ma-nuscript.

5 ) Gümbel, Gesch. d. prot. Kirche d. Pfalz, S. 71.

3 ) Die pfalzer Kirche am Ende des 18. Jahrhds., H. Theil; 1887. Vortragvon Dekan Guth zu Grünstadt.