Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
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420 Reinliart II.

Semperfreier Herr zu Westerburg.

Reinhart kam bereits sehr jung zur Regierung; denn dasein Vater sich erst im Jahre 1353 verehelicht, und schon 1370starb, so kann dessen ältester Sohn Reinhart II. beim Antritteder Regierung höchstens das sechzehnte Jahr erreicht haben,und stand anfangs unter der Vormundschaft seiner MutterKunigunde, wie denn letztere, zugleich mit diesem ihrem Sohneüber die auf das Lösegeld des gefangen gewesenen GrafenJohann von Nassau-Dillenburg aus der Gefangenschaft zu 8000Gulden abschläglich eingezahlten 4000 Gulden am 11. Nov. 1370die Quittung ausstellt 1 ). Eine andere Quittung findet sichvon Arnold von Wilmerode, der 1377 bekennt, vonReinhart von Westerburg jährliche 7 Malter Korngültenempfangen zu haben 2 ).

Obgleich?» Johann v. Nassau 1370 einen feierlichen Friedens-vertrag mit Reinharts II. Vater geschlossen, wollte er dochbald nachher, durch eine starke Truppenmacht gedeckt, in derNähe von Westerburg eine starke Feste errichten. Reinhartaber und seine Freunde und andere Helfer, die dem Nassauernicht gewogen waren, verjagten die Heerhaufen desselben und

') Original in Wiesbaden. Die 4000 Gulden zahlte Werner von Diez ein.S. weiter oben, wo ausführlicher davon die Rede ist.

-) Dat. 1377, in die b. Luoic Virg. Deutsehe Pergamenturkunde mit Siegel.