Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

— 76 —

willigte Kaiser Karl ihm einen neuen Turnos an dem Rhein-zoll zu St. Goar. Gegen diese Einweisung eines Dritten ineine ihm eigenthümliche Zollstätte lehnte sich Graf Wilhelmvon Katzenelnbogen auf, doch gleichen sich beide noch 1364dahin aus, dass von den 3 „Englisch", die zusammen einenTurnos ausmachten, einer dem Grafen von Katzenelnbogen,die zwei andern dem Herrn von Westerburg verbleiben sollten,wogegen dieser dem Grafen Wilhelm die Erböffnung in seinemTheil der Schlösser Westerburg,. Weltersburg, Schadeck undCleeberg verstattet 1 ).

Johannes 17jälirige Regierung bestand fast ununter-brochen aus einer Reihe von Fehden, und zwar gehörten zuseinen hauptsächlichsten Feinden die Grafen von Nassau. Schonbei Beginn seiner Regierung 1353, kam er in Zwist mit demGrafen Johann von Nassau-Weilburg wegen Mehrenberg, einStreit, der schon früher dadurch beigelegt werden sollte, dassJohann 1326 als Kind mit einer Tochter jenes nassauerGrafen verlobt wurde 2 ), wobei es aber nicht zur Hochzeit kam,weil die betreffende Tochter schon frühzeitig gestorben war.Die Fehde verlief aber ungünstig für Johann; er musste 1354seinen Antheil an Cleeberg dem Gegner zu Lehen auftragen,worauf dann allerdings ein Bündniss geschlossen wurde 3 ).

Im Jahre 1356 züchtigte er Peter und Lützen von Clee-berg, die sich Uebergriffe .erlaubt" hatten. Die Fehde wurdezwar für den Augenblick durch den Erzbiscliof von Trier durchVergleich zu Ende gebracht, kam aber trotzdem später, 1364,wieder zum Ausbruch.

1358 erneuert er die von seinem Vater mit dem GrafenDietrich von Loen und Chyni Herrn von Hainsberg 1352 ge-schlossene Uebereinkunft, Ebenso erneuerten er und seine

') Wenck, Hess. Landesgesohichte, I. 474.

2 ) Siehe unter Reinhart I.

s ) Knoch's "Westerburger Chronik,