404 Reinhart I.,
des heil. röm. Reichs semperfreier Herr zu Westerburg.
Die ältere Westerburger Linie pflanzte sich in Reinhart I.fort, der 1315 noch ein Kind war, 1331 heirathet und 1340einen einzigen, noch minderjährigen, erst 10 Jahre spätermajorenn werdenden Sohn Siegfried hatte 1 ).
Reinharts I. Zeit war voll von Unruhe. Durch seinenkriegerischen Muth und sein Feldherrntalent leistete er Ludwigdem Bayern, der in stetem Kampfe, sowohl mit dem römischenStuhle, wie auch mit seinem Gegenkönige Friedrich vonOesterreich lag, treue und wichtige Dienste und stand deshalbbei demselben in hohem Ansehen, was auch die LimburgerChronik ausdrücklich bemerkt.
Aber auch für sich selbst blieb ihm mancher Kampf aus-zufechten. Ei' hatte sich gegen die Angriffe der Erzbisehöfevon Trier und Cöln zu vertheidigen und war auch sonst nochin manche andere Fehden verwickelt.
So lange seine Mutter Agnes lebte, erscheint er meist inUrkunden und bei Regierungshandlungen mit dieser und seinem
') Johann II konnte also unmöglich von ihm herstammen; dieser konntevielmehr nur der Sohn Johanns I. sein, der auch als weltlich gebliebener Herraufgeführt wird. Weiterhin wird ausführlicher davon gehandelt worden.