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Das Buchhandlungshaus K. F. Koehler in Leipzig : 1789 - 1889 ; ein Rückblick auf s. 100jähriges Bestehen
Entstehung
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Bskar Bondes Erinnerungen.

von Koehlers Bruder, Heinrich Koehler in Stuttgart, welches der LeipzigerKoehler genötigt war zu übernehmen. Sodann ging Liebing nach Philadelphiain das Geschäft von Weick öc Co., wo er jedoch für seinen Schwager Koehlerauch keine Reichtümer sammelte.

Bis Ostern ^8q,s blieb ich noch als Gehilfe im Koehlerschen Hause, umdann auf die Wanderschaft zu gehen, und wenn ein Zögling des damaligenLeipziger Rommissionsbuchhandels auch nicht mit großen buchhändlcrischenKenntnissen belastet -— namentlich fehlte ihm die für unsern Beruf so wichtigeBücherkenntnis — hinaus in die Welt zog, so hatte er doch eines gelernt —tüchtig und gewissenhaft zu arbeiten, vor allem aber war es das Wort:„Bete und arbeite," welches mein verehrter Prinzipal in mein Herz gelegthatte, denn er war ein Wann von echter Religiosität.

Im Jahre 5 8 so wurde mir die Ehre zu teil, durch Roehler wiederumin sein Geschäft gerufen zu werden. Dasselbe hatte inzwischen abermals einebedeutende Wandlung erfahren, indem es im eigenen Hause in volekmarsHofe betrieben wurde. Alles hatte nun einen größeren Anstrich erhalten, manfühlte, daß man in einein hervorragenden Geschäftshause thätig war. Ander Spitze des Rontorpersonals stand damals Franz Wagner, ein äußerstliebeuswürdiger Kollege, von hoher Intelligenz, die er ja auch bewiesen, in-dem er gegenwärtig zu den hervorragendsten Bürgern Leipzigs zählt, vielesfand ich im Hause Koehler bei meinein Wiedereintritt verändert, nur einesging noch im früheren Teinxo, der gute „alte Schnabel" rief unentwegt5 Brockhaus, 5 Totta rc. und die Lehrlinge standen, wie wir einst, vor dengroßen Ginschreibebüchern, um die mancherlei fehlerhaften Ginträge, die nuneinmal bei so mechanischer Arbeit nie ganz zu vermeiden sind, in gewissenhafterWeise zu besorgen.

Gin sehr lieber Kollege war damals im Koehlerschen Hause auch FriedrichArndt, der später die Prokura der Firma führte. Gr war eine treue, ehr-liche Natur, eine vorzügliche, gewissenhafte Arbeitskraft. Gin frühzeitigerrascher Tod setzte seinem thätigen Leben ein Ziel.

Am s. November ^322 schied ich aus dem Koehlerschen Geschäft undübernahm die Geschäftsführerstelle des Fr. Brandstetterschen Vcrlagsgeschäftes,im Wärz 532s bin ich in die Reihe der Koehlerschen Kommittenten eingetretenund habe auch in dieser Stellung mich herzlicher Freundschaft von feitenKoehlers zu erfreuen gehabt.

Nachdem mir die ganz besondere Ghre und große Freude zu teil geworden,zu der Festschrift für die Tentenarfeier der Koehlerschen Firma einen beschei-denen Beitrag liefern zu dürfen, ist es mir ein Herzensbedürfnis, auch an dieserStelle den Gefühlen des Dankes Ausdruck zu geben für all das Gute, wasich im Koehlerschen Hause genossen habe. Ich wurde in demselben von demliebenswürdigen Koehlerschen Ghepaar wie ein Sohn gehalten und die Ab-neigung gegen den Buchhandel wurde mir dadurch nach und nach benommen,so daß ich schließlich das Unvermeidliche mit Würde trug uud jetzt ein begei-sterter Anhänger des Berufes bin, den ich einst nur notgedrungen ergriff.

K. ''L.