Übernahme der Firma Hermann Fries. in
heute blühen. Fries übernahm zu dem schon ansehnlichen Geschäfte im Iaher s87ftnoch das Kommissionsgeschäft der Firma IVilhelm Engclmann, die sich ebenfallsentschlossen hatte, sich ausschließlich dem Verlag zu widmen, und damals 7ZKommittenten hatte. Die Firma Hermann Fries zählte nach dein Adreßbuchdes Jahres s88s 203 Kommittenten.
Gleich nach Fries' Tode stellte sich heraus, daß es nach Lage der Ver-hältnisse unmöglich sein würde, das Geschäft seiner Familie zu erhalten, daßes im Gegenteil sür diese das Ersprießlichste sein würde, wenn sich ein Käuferfände. Auch für eine große Anzahl von Kommittenten, namentlich für dieVerleger unter ihnen, war das sehr wichtig, da nur aus diese IVeise eineRettung ihrer zum Teil sehr beträchtlichen Forderungen an die Firma zu er-hoffen war. Bei der Erwägung der Sache war für die Firma K. F. Koehlerins Gewicht fallend, daß durch den Zuwachs einer großen Anzahl von Kom-mittenten die neuen Räume sogleich nutzbar verwertet werden konnten. FürBeschaffung der nötigen Kapitalien war es günstig, daß Hugo Koehler, derBesitzer von Koehlcrs Antiquarium, gerade um jene Zeit bestrebt war, seineThätigkeit durch Erwerbung eines zweiten Geschäftes auszudehnen, wozu erbesonders ein Kommissionsgeschäft ins Auge gesaßt hatte. Es galt aber,sich rasch zu entscheiden. Da das Verhältnis eines Kommissionärs zu eineingroßen Teil seiner Kommittenten ein rein persönliches ist, so liegt die Gefahrnahe, daß in einein solchen Falle bei längerem Zögern die Kundschaft unddamit der Alert der fraglichen Firma von Tag zu Tag zerbröckelt! und schließlichnichts übrig bleibt, was der Erwerbung wert wäre. Es galt also das zu ver-hüten, wenn die sich darbietende Konjunktur überhaupt benutzt werden sollte.Nach nur tagelangcr reiflicher Überlegung, nach entsprechenden Feststellungenmit seinem Bruder Hugo und nach sorgfältiger Erwägung aller sür undwider sprechenden Umstände mit seinem bewährten Prokuristen Engert, ent-schloß sich Kochler, das immerhin nicht geringe Nlagnis zu bestehen, undnach eingehenden Verhandlungen mit dem Rechtsanwalt der Friesschen Erbenund dem Gläubigerausschuß kam der Vertrag zu stände, dessen wesentlicher In-halt aus den nachstehenden Zirkularen hervorgeht.
Leipzig, den 2-z. November zssz.
Ich beehre mich Ihnen mitzutheilen, daß ich am heutigen Tage dasTommissionsgeschäft des Herrn
Hermann Fries
von den Erben desselben mit Zustimmung des vormnudschaftsgerichtesund des Glänbigerausschusses käuflich erworben habe und mit meinerFirma vereinigen werde.
Die Außenstände desselben sind mir von den Verkäufern zum Incassoübergeben, wogegen ich die zu Buche stehenden Forderungen der au michübergehenden Herren Tommittenten, sowie die Forderungen der Herreu