Die Firma U. F. Koehler in Leipzig. II. ;SZ0—Z872.
Zn: Sommer des Wahres s827 verließ Aochlcr Berlin, um zunächstwieder einige Zeit im Geschäft des Vaters zuzubringen. Das ihm von Lauespäter ausgestellte Zeugnis lautete
Auf verlangen des Herrn Franz Köhler attestire ich demselben, daßich während seines zweijährigen Aufenthalts Hierselbst, von Iohannis ZS25bis dahin ;s2?, wo er als GeHülse in meiner Handlung war und nament-lich dem Sortimentsgeschäft vorstand, mit seiner Geschäftsführung, woriner mit vieler Umsicht, Lifer und Fleiß völlige Kenntniß des Geschäftsentwickelte, vollkommen zufrieden gewesen bin und ihm noch hier meinenbesten Dank dafür sage. Gleichfalls läßt sich über seine sittliche Aufführungnur das vortheilhasteste anführen, so daß ich ihn in jeder Hinsicht zurFührung unseres Geschäfts, sei es ganz selbstständig oder unter den Augeneines Prinzipals, als sehr tüchtig empfehlen kann.
Berlin, ;z. August Z829.
Drisclriol: DausBuch- und Alusikhändler.
Nach dein in den letzten Zeiten des Berliner Aufenthaltes gehegtengroßen Plane der Übersiedlung nach Nordamerika wirkt es einigermaßenbefremdend, unsern Helden nach einiger Zeit wieder in den: kleinen Schweizer-städtchen Aarau zu finden. Die Bedeutung der Firma H. R. Sauerländer,in welche er eingetreten war, rechtfertigte aber vollkommen seine N)ahl, undjedenfalls konnte er in seinen: neuen Wirkungskreise nicht nur das Gelernteverwerten, sondern neue Anschauungen gewinnen und seinen Gesichtskreis er-weitern, sei es auch nur durch die Berührung mit Alenschcn anderen Stammesund den Zuständen eines anders gearteten Staatswescns. Die genaue Zeitseines Gintritts in Aarau läßt sich nicht feststellen, denn ein Gehilfenzeugnisüber den dortigen Aufenthalt liegt nicht vor, in seinem ersten von dortdatierten Briefe vom j7. Ami s323 erwähnt er aber, daß er seit AnfangAlärz nichts von zu Hause gehört habe, er war damals also schon geraumeZeit in der neuen Stelle eingelebt. Zn diesem Briefe bedauert er, daß ernoch keinen guten Freund habe, mit dein er „abends aus dem Fenster liegend,das lachende Gefilde überschauen könne." Seit Anfang Ami wohne er in:Freien und habe das Vergnügen, jeden Amrgen aus seinen: Bette, wenn ersich noch darin befinde, die Sonne ausgehen zu sehen. Die Wohnung seisehr heiter, indem er weit in die Gegend nach Osten, Süden und Westenhinsehen könne; sei das Wetter heiter, so sehe er in ein reizendes Thal, welchesdurch Gebäude, Wiesen, Dörfer und Felder und die Aare mannigfach schattiertsei. Gr habe drei Sachen, die ihn außer den: Geschäft immer in Thätigkeiterhielten: Amsik, Lektüre und Natur. „Zu den Zwischcnräumen wird fleißigan euch gedacht, es würde nur ein recht großes Vergnügen gewähren, abendsneben euch an: Tische vertraulich Platz zu nehmen."