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Hundert Jahre Geschichte der Arnoldischen Buchhandlung zu Dresden von 1790 - 1890
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Eintritt Karl Lcubner's ins Geschäft.

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zufliegen und sich dabei den Hauptinhalt anzueignen; die dann darüber ge-machten Kritiken waren kurz aber immer zutreffend.

Wie schon oben erwähnt, war Julius Arnold etwas unselbstständigerNatur, es war daher ein guter Gedanke von ihm, seinen Bruder Karlbereits ein Jahr nach erfolgtcr Uebernahme des Geschäfts in die Handlungaufzunehmen. Derselbe trat am 2. Januar 1850 dort als Lehrling ein.Was Julius Arnold an Selbstständigkeit abging hatte Karl in vollem Maße, eswar ein sehr thatkräftiger Charakter, der leider erst nach Abgang der beiden, vieleJahre im Geschäft thätig gewesenen Gehilfen Namens Fritzsche und Nitzsche zurGeltung kam. Von da an entwickelte er eine rastlose Thätigkeit und wurde,begabt mit einem ungemein praktischen Verständniß und scharfem Blick,seinen: Bruder bald ganz unentbehrlich und dessen rechte Hand, von ihm deshalbscherzweise mein Unterstaatssekretär genannt. Beide Brüder hatten sich soan einander gewöhnt, waren innerlich so miteinander verwachsen, daß mansich den einen ohne den andern kaum denken konnte.

Bis zum März 1878 hat Julius Arnold das Geschäft in vollerRüstigkeit in der altbewährten soliden Art und Weise fortgeführt. Dannveranlaßten ihn die mit der Einführung der Gewerbefreiheit sich immermehr und mehr in den Buchhandel eindrängenden unangenehmen Ver-hältnisse, denen er durchaus keinen Geschmack abgewinnen konnte, am1. April 1878 das Geschäft an mich zu verkaufen. Es geschah dies inhöchst uneigennütziger Weise und dies hier öffentlich auszusprechen, istmir eine wahre Herzenspflicht. Nach 36jähriger Thätigkeit zog sich JuliusAruold mit seinem Bruder, welcher gleichfalls auf eine 28jährige buch-händlerische Laufbahn zurückblicken konnte, in das Privatleben zurück. Nur6 Jahre lang sollte er sich der Ruhe erfreuen, dann wurde das innigeBand, das beide Brüder umschloß, zerrissen, nach langer qualvoller Krank-heit starb Julius Arnold am 1. Juli 1884, 56 Jahre alt.

In seinem Testament hatte er den geliebten Bruder zu seinem Universal-erben eingesetzt. Die beiden Häuser Webergasse 2 und 4 gingen in Karl FriedrichLeubner's Besitz über und werden von ihm selbst verwaltet; ich spreche dabei denWunsch aus und glaube im Sinne seiner sämmtlichen Miether zu handeln,daß es ihm noch recht lange vergönnt sein möge, sich in unverändertergeistiger und körperlicher Frische seines Besitzthums zu erfreuen. Der Um-stand, daß Herr K. F. Leubner jetzt Eigenthümer der ehemals im Besitz