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Hundert Jahre Geschichte der Arnoldischen Buchhandlung zu Dresden von 1790 - 1890
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Weitere Schicksale der Aruoldischm Buchhandlung in Leipzig.

Als NUN Hoffmann alleiniger Besitzer des Leipziger Geschäfts gewordenwar, ergriff er, gezwungen durch die obenerwähnte letztwillige Verfügung,um Geld zu schaffen, Maßregeln, die sowohl seinem Geschäft als dem DresdnerHause entschieden großen Schaden verursachten. Der größte Theil deswerthvollen Verlages wurde im Preise herabgesetzt, ein anderer Theil ohnealles Verständniß makulirt. Dadurch wurden viele Autoren, welche gleich-zeitig sehr gute Kunden des Sortimentsgcschäfts in Dresden waren, vorden Kopf gestoßen, sie wurden dem Geschäft untreu und bezogen ihrenliterarischen Bedarf anderswoher. Selbst an höchster Stelle wurde diesesGebühren Hoffmann's unliebsam bemerkt, da die Arnoldischc Buchhandlungdoch Verleger der Werke König Johanns und dessen Schwester, der Prin-zessin Amalie war. Es dürfte deshalb nicht zu viel gesagt sein, wennman behauptet, daß Reimann mit dieser höchst unüberlegten letztwilligenVerfügung in keiner Weise das große Vertrauen, welches der seligeArnold in ihn gesetzt, gerechtfertigt, ja daß er sogar ziemlich pietätlos ge-handelt hat.

Ueber die weiteren Schicksale der Arnoldischen Buchhandlung in Leipzigsei hier noch bemerkt, daß dieselbe von Hoffmann, nachdem es ihm gelungenwar, den ihm auferlegten schweren Verbindlichkeiten gerecht zu werden, inerfolgreicher Weise weiter betrieben worden ist. Bereits 1852 verkaufte er dasseither mit der Handlung verbundene Commissionsgcschäft an seinen BruderRobert Hoffmann und widmete sich ausschließlich deut Verlag, in welchemer späterhin eine ganz neue Richtung einschlug, nämlich Prachtwerke undMalvorlagen, womit er großen Erfolg hatte. Zunehmende Krankheit ver-anlaßte ihn am 5. December 1873 sein Geschäft an seine Frau Josephinegeb. Borowska abzutreten. Kurze Zeit darauf, am 18. Januar 1874, starber. Seine hinterlassene Wittwe, welche an Emil Zehl einen sehr tüchtigenGeschäftsführer gefunden hatte, führte das Geschäft bis zum 1. April 1876alleiit weiter, an welchem Tage sie gedachten Zehl nebst ihrem Sohne Hugoals Theilhaber aufnahm. Am 26. März 1878 ging dann das Geschäftdurch Kauf in den Besitz der beiden Letztgenannten über, welche am1. December gleichen Jahres auch den seit 1849 vom Dresdner Haus neubegründeten Verlag von Julius Arnold, nachdem er vom Geschäft zurück-getreten war, käuflich erwarben, weil dessen Nachfolger solchen nicht mitübernommen hatte.