schlimmerer Feind waren die schrecklichen Seuchen, welcheals eine Folge der fortwährenden Kriegszeiten ausgebrochenwaren. Nachdem 1713 in Dürkheim gegen 50 Kinder an denBlattern gestorben, kamen die Franzosen und verwüsteten dasLand; die Marodeurs erschossen viele Leute und plündertendie Dörfer?
Dürkheim war vorübergehend eines der Hauptquartiere;es starben so viele Menschen, dass sie „meistens ohne gesangund klang" begraben werden mussten. Die Stadtkirche warzum Gefängniss („prison") gemacht; doch durfte Gottesdienstdarin abgehalten werden. Als die Franzosen im Winter nachder Einnahme von Freiburg abermals kamen, brachten sie„greulich viel Kranke, welche häufig gestorben und in derStadt hin und wieder begraben worden. Es hat sich daraufeine böse Krankheit in der Bürgerschaft ereignet, Gott helfedass sie nachlassen möge" 1 ).
Um sich, nachdem das Schlimmste überstanden, mit baremGelde zu versehen, dessen er zur Hebung des Landes bedurfte,verkaufte Graf Johann Friedrich seinen (den vierten) Theil ander Herrschaft Aspremont für 24,000 lothringensche Franken anden Herzog Leopold von Lothringen, von welcher Summe14,000 Fr. wirklich bezahlt, die übrigen 10,000 Fr. aber ver-schrieben wurden. Dieser Verkauf geschah jedoch allein vonHartenburger Seite, welcher nur ein Viertel der genanntenGrafschaft gehörte 2 ).
Allen Ernstes wurde nun mit der Wiederherstellung sämmt-licher Besitzungen fortgefahren, und es eröffneten sich ihmimmer ergiebigere Hülfsquellen. Unter Anderem wurde auchdie Dürkheimer lateinische Schule wieder eröffnet, und neu
l ) Aus den Original-Kirchenbüchern in Dürkheim a. H.; siehe: Mittheildes histor. Vereins d. Pfalz. Heft XIH. S. 35.
'0 Original im Pürstl. Archiv.