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Einhundert Jahre des Geschäftshauses Ernst Siegfried Mittler und Sohn : Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei in Berlin ; ein Zeitbild ; als Handschrift für Freunde
Entstehung
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II.

1360 bis 1670.

Eine neue Kraft war dem Geschäfte gewonnen, und bald zeigten sichderen Spuren auch in der Verlagsrichtung der Firma. Sie wandte sich inzahlreichen Werken der Philosophie und Geschichte zu. Einen gediegenen undergiebigen Grundriß der Geschichte der Philosophie, der möglichst viel That-sächliches in einer durch strenge Gruppirung des Stosses übersichtlichen Formenthielt, hatte der Doctorandus in seinen Vorbereitungen zum Examen ver-mißt: Professor Dr. Neberwcg übernahm es, ihn zu bearbeiten; sein drei-theiliges Werk (Alterthum 1862, Mittelalter 1864, Neuzeit 1866) hat, nachdes Versassers Tode (9. Juni 1871) von Dr. Reicke herausgegeben und seit1877 von Professor Dr. Heinze redigirt, sieben Auflagen erlebt. Freunde undStudiengenossen des jungen Mannes übertrugen der Firma ihre geschichtlichenForschungen: Ed. Winkelmann seine „Geschichte Kaiser Friedrich's II. undseiner Reiche von 1212 bis 1235" (1863), Rud. Usingcr seine „Deutsch-dänischen Geschichten von 1189 bis 1227" (1863), Konrad Varrentrappseine „Geschichte des Erzbischofs Christian von Mainz" (1863), der auf demHügel von Gorzc, am 16. August 1870, zu früh für die Wissenschaft, gefalleneDr. H. Pabst seine „Studie über Erzbischof Aribert II. von Mailand" (1864),Karl Mendelssohn-Bartholdy seine „Geschichte des Grafen Kapodistrias"(1864), Felix Dahn den „Prokvpius von Cäsarca" (1865), Paul Scheffer-Boichorst „Kaiser Friedrich's I. letzter Kampf mit der Kurie" (1866), PaulHassel Einzelforschungen zur Geschichte des Großen Kurfürsten, Rud. Köpkeden „Widukind von Korvei" (1867), später die „Hrotsuit von Gandersheim"(1869) und seine gesammelten „kleinen Schriften" (1872). — Der junge Ver-leger dieser Werke gehörte selbst noch dem Kreise jener Historiker an: seinemverehrten Lehrer Leopold v. Ranke hatte er sich verpflichtet, die Geschichtedes großen Stanferkaiser Heinrich's VI. zu schreiben. Jahre hindurch mußtedaher Mittler noch manche Duldung üben und seinen Enkel nur allmählichvon der wissenschaftlichen Laufbahn zur geschäftlichen übergehen sehen.

Dennoch nahm der greise Herr seinen Mitarbeiter schon in dieser Zeit alsTheilhaber in seine Firma auf: nicht allein, um ihm sein Vertrauen und seine