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Einhundert Jahre des Geschäftshauses Ernst Siegfried Mittler und Sohn : Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei in Berlin ; ein Zeitbild ; als Handschrift für Freunde
Entstehung
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Verlagsübersicht 1823 bis 1848: Stenographie; Litteraturgeschichte. 95

neuen System umschuf und die Frucht seiner sorgsamst durchdachten Arbeitin der „Anleitung zur Stenographie" im Jahre 1845 Mittler antrug. Inder Vorrede zur fünfzigsten Auflage, 1887, konnte der Sohn des Erfinders,Dr. Franz Stolze, mittheilen, daß dieses Unterrichtsbnchlcin bereits in169 566 Exemplaren verbreitet sei. Zahlreiche, das Lehrgebäude dieser gemein-nützigen Schriftknnst ausbildende Untcrrichtswcrke, Uebungs- und Lesebücherhaben sich jenem grundlegenden Buche angereiht, theils von den mit der Fort-bildung des Systems betrauten leitenden Stellen, theils von hervorragendenPraktikern, 11r. Dreinhöfer, Käding und Dr. Simmerlein herausgegeben.Die Geschichte der Stenographie behandelte Do. Mitzschke; zahlreiche Arbeitendes Prof. Dr. Michaelis betrafen insbesondere die Lautlehre und übertrugendas Stolzcsche System auf fremde Sprachen, auf die englische, französische,italienische, spanische und portugiesische. So zählt der Mittlcrsche Verlag jetztgegen drciunddrcißig stenographische Werke.

Auch der schönwisscnschaftliche Verlag und die Litteraturgeschichte wurdengepflegt. Die Gräfin Jda Hahn-Hahn gab hier (1837) ihre Gedichteheraus; Robert Gricpcnkcrl seine ersten Dichtungen.^) Eine „Theorieder Dichtungsarten für Gymnasien" von Dr. G. Müller erschien 1828.Der Rcgiernngsrath Alb. Schulz, bekannt unter dun Namen San Marteals emsiger Sammler zur Heldensage und Kulturgeschichte des Mittelalters,bearbeitete, in Romanzen aufgelöst, die „Gndrnn; eine Nordseesage" (1839).Das Urtheil, welches Wilhelm Grimm 1343 über diese völlige Umwandlungder Dichtung fällt, ist streng aber wahr"^) — verdienstlich nichtsdestowenigerdas Unternehmen San Marte's, da er in dieser Form das Gedicht zuerst***)weiteren Kreisen zugänglich machte und Verständniß und Liebe für die alt-

*) 1833 Bilder griechischer Vorzeit; 1335 Uebersetzung des König Oedipus. Vergl.Sievers, Robert Griepenkerl, Wolfenbüttel, 1879, S. 11 bis 15.

**) W. Grimm, Kleine Schriften, S. 573: Ich kann ihr keinen Geschmack ab-gewinnen: es ist ein lyrisches Element eingemischt lind die alte Dichtung nimmt sich mitden Gedanken und Redensarten unserer Zeit sehr wunderlich aus. Ob es denen, welcheunser Gedicht, überhaupt die Weise der allegorischeil Dichtung nicht kennen, zusagt, weißich nicht: mir ist unmöglich, diesen Standpunkt zu nehmen.

Gervinus hatte 1836 nur einen Probegesang in Hexametern veröffentlicht.