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Geschichte der Familien Mylius : Genealog. - biogr. Familienchronik der Mylius aller Zeiten u. Länder
Entstehung
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nach Yorderindien, kehrte jedoch, da er in der Kastenfrage anderer Ansichtwar als seine Auftraggeber und ausserdem in Folge des heissen Klimaserkrankte, im Jahre 1851 in die Heimath zurück. Nach seinem Austritt ausder Leipziger Mission übernahm er 1851 die Stelle eines Seelsorgersam Friederikenstift in Hannover, wo er, nachdem seine Gesundheit sichgekräftigt hatte, auch als Gefängnissgeistlicher angestellt wurde. Bald jedocherwachte in ihm wieder die Sehnsucht nach dem fernen Indien, und sostellte er sich im Jahre 1864 der Hermannsburger Mission zur Verfügung,deren "Direktor Harms ihn im Herbst dieses Jahres nach Radschamandriin Vorderindien zu den Telugu entsandte. Als er aber Anfang 1865 dortankam, hatte die amerikanische Missionsgesellschaft, die schon früher ein-mal dort eine Station besass, ihr "Werk bereits selbst wieder in die Handgenommen, so dass er sich nach einem anderen Arbeitsfelde umsehenmusste. Das fand sich jedoch leicht, denn das Teluguland erstreckt sichüber 100 deutsche Meilen an der östlichen Küste von Vorderindien entlang,von Berkampur bis in die Nähe von Madras. Allmählich entstanden umseinen Wohnsitz Naidupetta herum 10 Stationen und im Jahre 1867wurde er zum Propst über diese indischen Missionen ernannt. Eine langeund reich gesegnete Thätigkeit entfaltete dieser so überaus eifrige Mannhier, und die weit über 800 Getauften, meist der niedrigen Kaste derMalas angehörig, sind ein glänzendes Zeugniss für sein Geschick undseine Arbeitsfreudigkeit. Wohl kaum war damals ein Mensch in der ganzenGegend, der nicht einmal ein kräftiges Zeugniss vom Heiland aus seinemMunde gehört hätte. Dazu wurde er durch sein unbegrenztes Almosengebender Vater seiner Gemeinde; für sich selbst gebrauchte er sehr wenig undoft hat er gehungert, um den Armen geben zu können. Am Himmel-fahrtstage 1887 predigte er noch Vor- und Nachmittags in seinem Wohn-ort Naidupetta, sagte jedoch, es sei das letzte Mal, dass er über den Textpredige. Am nächsten Tage klagte er über Kopfschmerzen, kein Wunderbei der fürchterlichen Hitze, aber gefährlich bei dem andauernden Fieber-Landwind. Dennoch gab er noch sechs Stunden Unterricht, den er auchSonnabend Vormittag nicht aussetzte, obwohl er in der Nacht gar nichtgeschlafen hatte. Nach dem Essen, das ihm noch ziemlich schmeckte, nahmdie Krankheit zu, doch wollte er am liebsten allein sein. Er starb am21. Mai 1887, ohne nach seiner Gewohnheit jemand mit Bedienungbelästigt zu haben und wurde am Sonntag Nachmittag bestattet. Einerder Missionare sprach über Psalm 121, 1 und 2 und theilte mit, dass ersich erinnere, wie der Entschlafene vor seiner Abreise nach Indien inHermannsburg über denselben Spruch zum Abschied gepredigt habe.August Mylius war nicht verheirathet.

4) Sophie Louise Auguste, geb. den 1. Juni 1821 in Banneikbe i Wustrow, heirathete im März 1849 den Leipziger Missionar HeinrichCordes (geb. den 21. März 1813 in Betzendorf bei Lüneburg), der nachseiner Rückkehr aus Trankebar in Ostindien 1870 Senior der LeipzigerMission wurde. Seit dem am 9. März 1892 in Niederlössnitz bei Dresdenerfolgten Tode ihres Mannes lebt sie als Wittwe bei ihrem Sohn, demPastor August Cordes in Frankfurt a. M.