Druckschrift 
DRV 7. Mai 1880
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

Heute, Brüder, dürft ihr trinken,

Heute setzt euch hin zum Sehmaus!

Seht die stolzen Ruder blinkenAls den schönsten Schmuck im Haus!

Feierlich erschalle heuteUnser lauter Festgesang,

Aus der Brust gebräunter Leute,

Die gestählt die Ruderbank.

Jahrelang soll uns noch tragenSchneid'ger Kiel durch Sturm und Fluth —

Sich mit Wellen rumzuschlagen,

Das gefällt dem Ruderblut.

Und du stolzer AnkerlöweNiemals dulde Hohn und Spott!

Dafür sorge „Hecht" und „Möwe"*

Und du alter „Rudergott" ! **

Holde Frauen, schmucke Mädchen!

Macht euch das nicht grofsen Scherz,

Dafs in ünserm DiisselstädtchenFür euch schlägt manch Ruderherz ?

Und wenns Vaterland in Nöthen,

Wenn sich aufbläht Lug und Trug,

Haut die Sykophantenkrüten,***

Hipp! Hurrah! Mit Schlag und Bug!

Die Erfolge im Vierer-Ausleger glauben wir zum grofsen Tlieilauch dem bis jetzt auf allen Rennen benutzten Boote „Uel"(benannt nach der von den Mitgliedern des Vereins gern undhäufig besuchten Kneipe »die Uel« auf der Ratingerstrafse) zu ver-danken. Trotzdem das Boot in der von liettig zum ersten Maleangewandten, später von ihm selbst wieder aufgegebenen rippen-losen Bauart und zudem in ungewöhnlicher Länge (14,90 m) erbautist, hat sich dasselbe bei vielfacher Benutzung bis heute vorzüglichbewährt.

Bemerkenswerthe Dauerfahrten in der Zeit von 1884 bis1886 sind noch folgende :

* „Hecht" und „Möwe", die ältesten, stets zu ersetzenden Boote des Vereins.

** „Rudergott", der von Maler von Krafft als Schutzgott des Bootshauses gemalte „VaterRhein" im Canoe.

*** „Sykophant", ein verlogenes, verläumderisches, nichtsnutziges Strebersubjekt, das niegerudert hat.