Druckschrift 
3 (1907)
Entstehung
Seite
126
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Einem von Georg Eonrad Buff entworfenen Briefe an „Hr. G. R. Bnff zu Fahrenbach"9. Januar 1795 entnehmen wir diese Nachricht, mit folgenden Worten:

„Ich halte es für Trauriche Pflicht mit innigster Rührung Ihnen den schmerzhaftesten größtenVerlust, der hienieden uns Treffen konnte hierdurch mitzuthcilen. Unser guter Vater ist nicht mehr;wir verlohren ihn am 2ten dieses durch eine Entkräftung an einem 4 Tage mit wenig Fieberverbundeneu Husten. Leine Unpäßlichkeit war mit gar keinen Schmerzen verbunden, er entschliefsanft im eigendliche Verstände des Wortes in der Abendstunde nachdem er bis zur letzten Almuteseines edlen Lebens, sich mit uns über mancherlei Dinge unterhalten hatte."

Eine Zuschrift der „Land Eommende Alarburg den 12 Januar 1795" besagt:

„Wir nehmen aufrichtigen Antheil an dem Verlust Eures uunmchr seligen Vaters, wodurch den:hohen Orden ein würdiger Verdienter Beamte und seinen Rindern ein geliebter treuer Vaterentzogen worden ist."

Des Weiteren fordert die Schrift Georg Eonrad Buff auf, sich zur Bestätigung der ihm seinerZeit zugesicherten Nachfolge seines Vaters im Dienste des Deutschen Ordens zu melden;^) und bereits am19. September 1795 erfolgt aus Attshausen die Bestallung Georg Eonrad Buffs als AmtmannchH

Noch meldet uns ein Päckchen, überschrieben: „Das Bcgräbtniß unsers seel. Vaters betreffd.,"ein Verzeichniß der versandten Traueranzeigen, die specificirten „Rosten für das Leichenbcgängniß," dieOrdnung des Trauergefolges, sowie eine Nota über 4. Jan. 1795 gelieferte 12^ Pfund fein Engl.Atelis, 2 Pfund prima Iava-Raffee, 18 Eitronen und 1 Pfund RlZ-Torbäck nebst Zurückrechnung von8 Stück Eitronenck'fl

So begleiteten wir bis zum letzten Schlüsse ein Leben, welches in seiner vollausklingendenWürde jedem Freunde deutscher Art und Bildung erfreulichsten Anblick gewährt.

Näh. Mitteilungen über den Adressaten fehlen.

") Dieses in Erwiderung folgender Stelle in der von Gg. Cd. Bnff unterm 5. Jan. 1795 an den Eomthurgerichteten Todesanzeige: „Wenn es ein süßes Vergnügen gewähret, derjenigen Andenken, welche wir innigst verehrten dasie wandelten zu segnen nnd im Gegentheil es sehr schmerzhaft sein muß diese Stätte fremden Händen überlassen zu sehen,so verdanke ich nebst zwei jungen noch unversorgten Geschwister Ewer Menschenfreundlicher Milde und Gnade nach demVerlust des besten Vaters den ersten Trost, in die Stelle meines seeligen Vaters treten zu diirffen" usw..

") Der also Bestallte sollte weder sein Amt noch sein Dasein so lange führen wie sein Vater. Die Herrlichkeitdes Deutschen (Drdcns ward selber zu Grabe getragen, da 1809 Napoleon von Rcgensburg aus dessen Auflösung dekretierteund die Besitznngcn den Fürsten zuwies, in deren Gebiete dieselben lagen. — Gg. Ed. Bnff ward pensioniert lt. Urk.„Bibrich, 14. Dez. 1814" von „Friedrich August souvcrainem Herzog zu Nassau und Friedrich Wilhelm sonveraincm Fürstzu Nassau." — Donnerstag, den 26. April 1321, meldet „Wetzlarisches wöchentliches Intelligenz Blatt" unter „Beerdigteden 23. Herr Georg Eonrad Buff des vormaligen Deutschen Ritter Ordens Amtmann, alt 56 Jahre 10 Monate und13 Tage."

Mclis, Eaffce und Torbäck (Taback?) deuten auf die den Lcichenträgern zu spendende Erqnicknng, für derenfrüher allgemeine Üblichkeit die Erzählung bürgt, daß Frau Rat Goethe vor ihren: Ableben ausdrücklich ihre Hingebungermahnt habe, die Brctzeln für die Träger ihrer Leiche ja nicht zu klein zu backen. In ländlichen Gemeinden, wo nichtbezahlte Träger, sondern gutwillige Nachbarn dein verstorbenen den letzten Dienst erweisen, erquicken sich diese nach derBeerdigung im Sterbehausc mit Kaffee und Weißbrod noch heutigen Tages. — Zitronen, welche die Ligenschaft haben,ans überreifen Früchten zu keimen, galten als Sinnbild der Auferstehung und des ewigen Lebens und worden z. B. imAschaffenbnrgischen bei Konfirmationen mitgetragen. In Frankfurt a. M. war es nach Mittcil. d. f Hrn. Kanzleirat AdolfMüller vormals Sitte, daß vornehme Herrschaften bei einen: Begräbnis ihre Kutschen in: Gefolge der Leiche mitfahren ließen.Auf dein Kutschentritt stand ein Diener, der in der Hand eine Zitrone trug, in welche an Stelle des Keimlings ein Myrtcn-reis gesteckt war. Ob die oben verzeichneten Zitronen ähnlichem Zwecke dienten? A. v.

") Hch. A. Bnff wurde an: 5. Jan. 1795 morgens Uhr in der Stille begraben. — Aufz. v. Gg. Ed. Buff.