Druckschrift 
3 (1907)
Entstehung
Seite
100
Einzelbild herunterladen
 

100

L. Familientage, Familienstatut, Familienstiftung.

Als im Jahre 1890 die Familienstiftung entstand, erließ ich folgendes Rundschreiben:

Stade, im Oktober 1890.

p. p.

In der Anlage überreiche ich die Urkunde der Eggersschen Familienstiftung und dienotwendig gewordene Neuausstellung des Familienstatuts. Der Gedanke einer Familicnstiftung wurdeauf dein Familientagc am 1. Juni 1879 zu Hamburg gefaßt und die Stiftung trat am 14. Juli 1890ins Leben, nach also 11 Iahren mit der immerhin bescheidenen Stiftungssumme H von 5000 Mark.Möchte die endlich herbeigeführte Existenz der Stiftung in der Familie offene Hände für dieselbe erwecken.Leider ist die Lässigkeit manches Familien-Mitgliedes in Zahlung selbst eines geringen Beitrages mitUrsache geworden, daß erst nach 11 Iahren der gut gemeinte Plan zur Ausführung gelangen konnte.Ein Verzeichnis der Geber, der eigentlichen Stifter, ist diesem Anschreiben beigelegt.

Noch eine Erklärung muß ich über die Mahl des Sitzes der Stiftung und den weitern Inhaltdes ß 1 der Stiftungsurkunde geben. Meine Bemühungen, der Stiftung in Hamburg, Hannover,Mecklenburg oder Schleswig-Holstein Sitz und Rechte zu verschaffen, scheiterten an den Sonder-Bestimmungenjener Staaten oder Provinzen über Familienstiftungen. Meistens wurden höhere Beträge oder ein Ner-mögen, fundiert auf Grundbesitz, gefordert. Beides war nicht zu leisten. Auch erschien mir notwendig,die Errichtung der Stiftung zu beschleunigen, dieselbe endlich zu verwirklichen. So blieb nur das AönigreichPreußen, dessen Bestimmungen für vorliegenden Zweck leicht ausführbare sind. Halberstadt mußte ichwählen als den einzigen Ort Preußens, in welchem ein Mitglied der Familie angesessen lebte. Auch dieForm einer Schenkung der angesammelten Summe durch mich an den Stifter wurde mir vorgeschrieben,um eine einfache Art des Geschäftsganges zu haben. Umgekehrt mußte ich mich beeilen mit Aufstellungder Statuten, ohne vorherige Einberufung des Familientages, weil mein Bruder im Begriff stand, seinenMohnsitz von Halberstadt nach Hannover zu verlegen. Mieder hätte mir die Mittelsperson dann gefehltund die Errichtung der Stiftung wäre auf unabsehbare Zeit hinausgerückt. Das fast verflossene Jahrstellte dienstlich so hohe Ansprüche an meine eigene Zeit, daß ich nur mit Hülfe eines Rechtsanwalts inHalberstadt die Sache zu Ende führen konnte. Alles zusammengenommen hoffe ich, daß die Familien-Mitglieder nachträglich ineinen Bestrebungen ihre Billigung zuteil werden lassen und sich mit mir freuen,daß wir so weit sind und eine kleine Grundlage geschaffen wurde für den beabsichtigten Zweck undhoffentlich weitere Ziele.

Verzeichnis der Beiträge,aus welchen das Grundkapital der Stiftung sich bildet.

H.. Mecklenburgische Linie. ^ ^

Frau Oberstabsarzt Or. Kggers Weustrelitz 305

General KggersHannover 275

Wilhelm EggersfKarow 350

Kheodor KggersfWarnemünde 345

Karl KggerssWien 5

Keorg KggersfKamönrg 125

Adolf KggersscLandsdorf 90

2) Die erste Linlieferung bei der Hauptverwaltung der Staatsschulden, Berlin 3VV., (Uranienstraße 92/94 (4 H)Abteilung V., Konto Nr. 931, betrug 5499 Mark Schuldverschreibungen der 4prozentigen konsolidierten Staatsanleihe desKönigreichs Preußen, da nach dem 1. Juli Zinsen und freiwillige Beiträge von Familienmitgliedern die Summe von5999 Mark ans 5499 Mark erhöhten.