achtungsgabe und sein Sprachtalent ließen ihn init staunenswerter Schnelligkeit die Eingeborenensprachenerlernen. Abgesehen von Englisch und holländisch, beherrschte er das Otjiherero, fast ebenso fließend dieSprache der Ova-Herero, und das Namaqua, die Sprache der Hottentotten, und konnte sich sogar mit denBuschmännern der Kalahari in ihren, eigenartigen Idiom verständlich machen. Es gab wohl keinenOffizier der Schutztruppe, wie überhaupt keinen Weißen des Schutzgebiets, der so viel Sprachkcnntnissebesaß wie Otto Eggers. Dazu kamen hervorragende körperliche Eigenschaften. Er war ein guter Reiterund vorzüglicher Schütze. Er wetteiferte mit den besten Schützen der Buren und tat es in bezug auf dasErtragen der größten körperlichen Strapazen mit Leichtigkeit jeden, Eingeborenen gleich. Deshalb warihm Südwestafrika eine zweite Heimat geworden, er kannte diese Steppennatur wie kein zweiter und fühltesich gleich den, Buschmann als Herr derselben. Es war bekannt, daß er sich nie verproviantierte, wenner große Strecken zu reiten hatte. Wie der Buschmann lebte er von der Hand in den Wund. Errechnete auf seine Büchse, die ihn, das Wild lieferte, oder auf den Zufall, der ihm immer günstig zuhülfe kan, und ihn in, Falle der größten Not in die Nähe von Wenschen führte. Selbst die Busch-männer der Kalahari betrachteten ihn mit stillen, Respekt und verhaltener Bewunderung. Wit einergewissen souveränen Überlegenheit betrachtete und behandelte er die südwestafrikanische Steppe und ihreBewohner. So stand er überhaupt den, Leben gegenüber.
Kurz nach seiner Ankunft im Jahre 1893 nahm er an den, Witbooi-Feldzug teil, der geradedamals an, heftigsten tobte. An den Gefechten in der Dorisib-Schlucht am 27. Dezember 1893 und2. Januar 1894, an den, Gefecht bei Nomtsas am 29. Januar 1894 und in der Naukluft an, 39. und31. Januar 1894 hatte er hervorragenden Anteil, und wurde mit den, Kronenorden mit Schwerternbelohnt. Bereits Ende des Jahres 1894 finden wir ihn auf dem Feldzug gegen die Khauas-hottentottenbegriffen, bei den, er ebenfalls erfolgreich beteiligt ist. In, April 1896 eilt er mit den, damaligenHauptmann v. Estorff und einer kleinen Truppe bei den, plötzlichen Ausbruch des damaligen herero-Aufstandes den, hartbedrängten Gobabis zu hülfe. Wit stürmender Hand werden die belagerndenHereros zersprengt. Es ist das erste Wal, daß berittene Infanterie mit aufgepflanzten, Seitengewehr mitgroßen, Erfolg Sturm geritten ist. Dieser Keulenschlag Estorffs mit seiner kleinen Heldenschar wirktedamals wie betäubend auf die Horden der Hereros und rettete das Schutzgebiet vor einer großenKatastrophe. Wie befreit atmete damals alles auf, als diese Tat durchs ganze Land eilte von Stamm zuStamm, von Werft zu Werft und von einer Weißen-Niederlassung zur andern. Eggers erhielt dabeieinen Fleischschuß durchs Bein, machte aber das Gefecht bis zu Ende mit und ließ sich erst nach demGefecht in Gobabis verbinden. Genau einen Wonat später sehen wir ihn bereits wieder im Gefecht vonOtjunda, wo er bei dem Sturm auf das Hauptlager durch einen Schuß quer durch die Brust schwerverwundet wurde. Als tot wurde er von, Schlachtfeld getragen, seine Todesnachricht traf da»,als auchhier in der Heimat ein und beugte das Haupt seines Vaters, der schon längst seine Weinung geänderthatte, daß es die Jungen den Alten nicht mehr gleichtun könnten. Sein altes Regiment widmete ihn,damals einen ehrenden Nachruf. Wie groß war aber die Freude, als der Totgeglaubte noch als lebend,zwar schwer verwundet, aber in der Besserung begriffen, gemeldet wurde.
Als Anerkennung erhielt er den Roten Adlerorden mit Schwertern. Als er wieder hergestelltwar, fuhr er auf Urlaub in die Heimat zu seinem Vater. Leider traf er letzteren nicht mehr lebend an.Der ihn, durch die Todesnachricht zugefügte Schlag war zu heftig gewesen, nur wenige dage vor derAnkunft seines Sohnes erlag der Vater einem Influenza-Anfall und Otto Eggers konnte statt mit stolzerFreude seinen, Vater die Hand zu drücken, nur mit tiefer Trauer an sein frisches Grab treten.
Nicht lange hielt es ihn in der hemmt. Nachdem er sich von seiner schweren Verwundungerholt, kehrte er noch 1896 ins Schutzgebiet zurück, verwaltete mit seinem Freunde Stabsarzt Kuhnzusammen den nordöstlichsten Distrikt von Grootsontein und fand nach seiner Rückkehr von dem ^ kavango,wohin er eine der schwierigsten Expeditionen ausgeführt hatte, sofort Verwendung in, Kaokofeld in demFeldzug gegen die Zwartbooi und Toppnaars. In den, Gefecht bei Klein-Tsaob tat er sich besonders