Druckschrift 
3 (1907)
Entstehung
Seite
40
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als Rentner in voller Rüstigkeit lebt. Erfüllt von großem Interesse für die Geschichte unserer Familie,ein würdiger Hüter und Pfleger unserer Traditionen, hat der Verfasser in ihm stets einen werktätigen Helfergefunden in seineu Bestrebungen. Seine Gattin Emmy, geb. Giffenig, wurde ihm durch den Tod ent-rissen am 25. April 1899 zu Schwerin.

Marie Tagersph geb. Restner, Witwe des Amtshauptmanns zu Meinersen, sBd. I S. 81,Bd. II S. 35), verstarb zu Hannover am 28. September 1903, mittags 11^ Ahr, nach längerem Leiden.Aufgewachsen in dein großen, von vielseitigen Interessen erfüllten und durch ausgedehnte Beziehungenbelebten Aestnerschcn Rreise,^) in einem Hause, das mit Vorliebe auch schöngeistigen Interessen huldigte,war doch ihre ganze Richtung mehr den praktischen Seiten des Lebens zugewandt, ein Erbteil ihrer Groß-mutter Tharlotte Restncr, geb. Buff,") bei vollein Verständnis für die Neigungen der geliebten ElternvhSo wurde sie an der Seite des Gatten eine beglückte Gattin und Mutter und der beglückende Mittelpunkteines großen Familienkreises. Das ist sie geblieben bis an ihr Ende. Als nun mit dem Tode desGatten, gestorben 21. Februar 1371, für sie, wie sie oft hervorhob, die besten und schönsten Jahre desLebens schloffen, als sie sich der Ausgabe gegenübcrsah, neben den Pflichten der Mutter bei den zahlreichenRindern auch die des Vaters zu übernehmen, da hat sie in ungewöhnlicher Energie und Tatkraft sichdieser Aufgabe unterzogen und sie gelöst, soweit dieses eine Frau vermag. Gesorgt, gekämpft, gestrebt hatsie für Rinder und Enkel bis in die letzten Stunden ihres Erdenlebens trotz zunehmender Schwäche, trotzquälender Leiden. Und wie im cngern Rreise der Rinder ihre Bedeutung zutage trat, so galt sie auchim weitern Rreise der Familie und der Bekanntschaft viel als eine Frau mit gutein und tapfern herzen,mit klarem verstand, ausgestattet mit den Erfahrungen eines langen, nicht leichten Lebens, gereift durchSorgen und ernste Erlebnisse aller Art.

blecwr nou lranZor ist der Spruch, der voll und ganz sich anwenden läßt auf ihren Charakter,ihren starken und klaren Geist, den selbst die Leideil einer langwierigen Rrankheit, das Nahen des Todesnicht niederdrückten. Aber weil dies starke und mutvolle herz, das der tcuern Mutter in schweren Stundenihres Lebens so treu zur Seite gestanden hatte, nicht ruhen wollte, ist ihr ein schnelles, leichtes Ende wieihren Eltern nicht zuteil geworden. Seitdem ihre Rörperkräfte schwanden, seit ihre Arbeitskraft sichminderte, langsam die schleichende Rrankheit die Herrschast gewann über den alternden Rörper, ist es einstiller, leider aussichtsloser Rampf gewesen eines starken Geistes gegen die Schwächen des erliegenden Leibes,der erlöschenden Rraft, zu leben. Als sie starb am 28. September war wohl auch ihr der Tod nur diehöchste letzte Gabe des Vaters, der Bote, der die mühebeladene Seele emportrug zur himmlischen Freiheit.Ans blieb die Lücke, eine große, unnennbare. Der Verlust der Mutter ist für die Rinder der schwersteVerlust, der sie treffen kann, verlieren sie doch ein Wesen, das von frühester Zeit des Denkens mit ihnenlebte, dessen innigste Liebe und nie rastende Sorge sie durch lange Jahre erfuhren. Je länger sie diesesGlückes teilhaftig wurden, je mehr sie den unersetzlichen Schatz, den sie besaßen, zu beurteilen lernten, destoschwerer muß ihnen der Verlust erscheinen. Nur zu berechtigt erscheint der Wunsch, daß in einem bessernJenseits einem so aufopfernden Wesen, wie einer Mutter, der Lohn werde für Liebe und Treue, denRinder auf Erden nie heimzahlen können. Wie die teure Entschlafene in den Zeiten irdischen Glückes

'9 Ingcndbild siehe Stammtafeln der Eggcrs'schen Familieustiftuug zu Halberstadt am Harz nebst Mitteilungen,Familicnbildcrn und einer Mappentafcl von H. R. Eggcrs. Lübeck 1304.

") Uber die den Restner verwandten Bnsf siehe Anhang.

°°) Arnswaldt, Stiive, Lnff, Lichtenberg, Laves, Nieper, Rüster, Blumcubach, Brandes, Reden, Vldccop,Ocstcrley, Mithoff, Hartmann, Meier, Siemens, Honth-Wcbcr, Menschiug, Frankenfeld, Rumann, Albrecht, Mendt, Heinrichs,Nicmann, Petri, Rohlrausch, Rudorfs.

") Das Leben dieser vortrefflichen Frau schreibt Herr Schuldirektor Oskar Ulrich in Hannover. Bilder undErinnerungsstücke sind in Händen meines Onkels, des Geh. Medizinalrat H. Rcstucr in Mülhausen i. Elf., auch im Besitzmeiner Schwestern in Hannover. Meine Mutter gab auf meine Veranlassung ihr Spinctt und eine Menge IlcincrErinnerungsstücke ans dem persönlichen Gebrauch (Tassen, Spiegel, Kämme, Messer :c.) an das freie Deutsche Hochstift zuFrankfurt a. Main. Uber ihre Eltern siehe Anhang.

Siehe Anhang.