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1 (1888) [Hauptbd.]
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vom 3. und von Lasperg und meiner Wenigkeit vom 4. Linien - Bataillon der deutschenLegion, griffen wir, gefolgt von unsern braven Schützen, sofort die hinter einer dervordersten, den Garten des Schlosses von Hougoumont umgebenden Hecken befindlichenfranzösischen Tirailleurs mit dem Bajonet an und vertrieben sie von dieser und einernoch dahinter liegenden zweiten Hecke.

Da die Franzosen Verstärkung erhielten, mussten wir wieder an die erste Heckezurückweichen, und dann wogte das Gefecht hin und wieder, bis wir schliesslich diezweite Hecke wieder gewannen und nun dieselbe festhielten. Ich befand mich beidiesen Angriffen am äussersten linken Flügel unserer Schützenlinie.

An dem Punkte, wo die zweite Hecke rechtwinklig auf diejenige Hecke stiess,welche den Garten von Hougoumont östlich begrenzte, befand sich eine schmale Oeffnungin derselben, die auf das zwischen den beiden feindlichen Heeren liegende Feld führte.Ich trat durch diese Oeffnung, um einen Blick ins Freie zu gewinnen. Beim Hinaus-treten aber traf ich unmittelbar auf einen, hart an der Flecke hinreitenden französischenOfficier.

Zu der Zeit kaum dem Knabenalter entwachsen, fühlte ich mich aufrichtiggestanden überrascht. Ohne mich zu besinnen, griff ich jedoch mit aller Kraft nachden Zügeln des Pferdes und würde im Falle eines Widerstandes von Seiten des kräftigenfeindlichen Reiters wahrscheinlich übel gefahren sein, wenn nicht der gleich nach mirebenfalls in die Oeffnung der Hecke getretene linke Flügelcorporal der Compagnie, NamensRohlfs, zu meiner Hülfe hinzugetreten wäre und die Gefangennahme des Officiers ge-sichert hätte.

Als unser Gefangener vom Pferde gestiegen war, übergab er mir seine gefüllte Börse,seine Uhr und andere Pretiosen, die ich sämmtlich dem Corporal mit der Weisung über-liess, die Hälfte des Geldes dem Officier zurückzugeben. Während ich noch darüber nach-sann, was mit dem gefangenen Feinde und dem Pferde nun weiter anzufangen sei, tratCapitain Beurmann unseres Schützen-Bataillons, welcher sich soeben von der empfangenenContusion etwas erholt hatte, mit der Anrede auf mich zu:Mein lieber kleiner Schütz" eine Benennung, die ich damals von meinen Herren Kameraden im scherzenden Toneoft erhieltdas Pferd ist wahrhaftig zu gross für Sie, überlassen Sie mir das Thier."

Zuneigung zu dem älteren braven Officier und eine starke Portion Blödigkeit be-stimmten mich, sofort ja zu sagen, und so blieb ausser einem gewissen, wenngleichetwas zweifelhaften und gedämpften Sieggefühle demkleinen Schütz" von der ausser-ordentlichen Tliat der Gefangennahme eines feindlichen, sogar berittenen Officiers nichtsals die bescheidene Rolle des Zusehens, wie der Capitain Beurmann Pferd und Gefan-genen unter Bedeckung zurückschickte und der Corporal Börse und Uhr einsteckte."

Es folgte der Einzug in Paris, an welchem Ferdinand Theil nahm, und nach derRückkehr ins Vaterland die Auflösung der Legion. Ferdinand folgte dem Beispieleseiner vier älteren Brüder und trat laut Patent vom 26. April 1816 mit seiner Ancien-netät vom 30. Mai 1814 als Fähnrich in das K. hannov. 2. Garde-Bataillon (1820 Garde-Grenadier-Regiment), wurde darin am 14. Decbr. 1821 See.-Lieutenant, am 21. Juni1825 tit. Prem.-Lieutenant, am 14. Februar 1834 wirklicher Prem.-Lieutenant. In dem-selben Regimente (seit 1838 Garde - Regiment) avancirte er auch am 18. Januar 1839zum Capitain 2. Classe und im April 1841 zum Compagnie-Chef. Am 27. October 1848erhielt er den erbetenen Abschied mit Pension, am 5. Juni 184-9 auch die Erlaubniss,die bis dahin in Folge Allerhöchster Entschliessung getragene Infanterie-Armee-Uniformmit der seines alten Regiments vertauschen zu dürfen. 1851 verlieh ihm Se. Majestät derKönig den Charakter als Major, 1859 den als Oberstlieutenant. ')

Folgende Orden waren ihm verliehen: Hannov. Guelphen-Orden 3. Classe, Ritter-kreuz des Sachs. Ernestinischen Haus-Ordens, engl. Waterloo-Medaille und das hannov.Wilhelms - Kreuz für 25jährige Dienste.

Am 25. Novbr. 1827 hatte er sich vermählt mit Friederike Marie Wilhelmine(geb. 7. Septbr. 1807, gest. 3. Mai 1876), des Finanzraths Jaques Tochter, aus welcherEhe die unten sub Nr. 509 u. ff. aufgeführten Kinder hervorgingen.

Hochgeachtet und tief betrauert von den Seinigen und zahlreichen Freunden starbFerdinand am 16. Novbr. 1878 an Altersschwäche zu Hannover, nachdem er der Fa-milie als deren Senior seit 1870 vorgestanden hatte.

0 Nach amtlichen Documenten.

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