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Gräfin Elisabeth Henriette Wilhelmine von Czettritz und Neuhaus (geb. 19. Juni 1782)a. d. H. Pohlschildern bei Liegnitz.
435. d) Marianne Sophie Louise, geb. 2. Novbr. 1776, heirathet 18. Novbr.1798: Carl Gottlob Christian Friedrich von llanstein (geb. 1771, gest. 20. Mai 1828)auf Oberstein, vorm. churmainz. wirkl. Kammerherr, nachher K. hannov. Major.
436. e) Hans Ernst Christian August Gottlob, geb. zu Sennickerode am29. Januar 1778, hatte den Prinzen Ernst Gottlob Albrecht von Mecklenburg-Strelitzzum Pathen, machte aber dieser hohen Pathenschaft wenig Ehre, indem er ein wüstesLeben führte, das ihm um 1805 von seinem Vater abgetretene Gut Sennickerode injeder Weise vernachlässigte, die Forsten verwüstete und durch seinen Aufwand seineVermögens-Verhältnisse derart zerrüttete, dass er im. Jahre 1816 sein ganzes Vermögenseinen Gläubigern abtreten musste, sich selbst nur freie Wohnung und Naturallieferungenin Sennickerode vorbehaltend. Sein Charakter war roh und gewaltthätig, und es gehtdie Sage, dass er einst einen Feldhüter, welcher ihm bei Mühlliausen das Betreten einesFeldes untersagte, niedergeritten und erstochen habe. Von der Schwäche seines Vatersgegen ihn wird erzählt, dass dieser einst einen langen Weg für den Sohn habe mitStroh belegen lassen, damit dessen Pferd nicht schmutzig würde. Dennoch lohnte erdie väterliche Güte schlecht, lebte mit dem Vater stets in Unfrieden und Prozessen,und wenn der Tod ihn nicht früher abgerufen, als er selbst glaubte, so hätte er seinVersprechen wahr gemacht, dass nach seinem Tode kein Reis mehr vorhanden sein solle.
Nur einmal in der herrlich begeisterten Zeit der Erhebung Deutschlands, als esgalt, das Joch des corsischen Eroberers abzuschütteln, raffte er sich zu thatkräftigemHandeln auf, um seinem Namen und seinem Titel als hannoverscher KammerjunkerEhre zu machen. Ohne vorher gedient zu haben, war er als Lieutenant thätig bei derErrichtung des Harzer Schützen-Bataillons, warb auch für ein nicht zu Stande gekom-menes Corps berittener Jäger. Ebenso half er bei der Organisation des Kgl. hanno-verschen Landwehr - Bataillons Münden (3. Batl. des 10. oder Gotting. Inf.-Rgts.), tratsogar 1814 als Capitain und Compagnie - Chef in dasselbe ein und marschirte mit nachBrabant, musste aber seiner durch Ausschweifungen zerrütteten Gesundheit wegenschon Ende März 1815 wieder seinen Abschied nehmen') und nach einer schwerenOperation bei dem Hofrath Langenbeck in Berlin sich nach Sennickerode zurückziehen,wo er, kaum 46 Jahre alt, am 3. Januar 1824 mit Hinterlassung von über 50000 Tlilr.(Gold) Schulden an Nervenschwäche starb. Seine gesamte Correspondenz wurde gleichnach seinem Tode vernichtet, um die Scandalosa seines Lebens nicht auf die Nachweltzu bringen.
Er hatte sich zu einer nicht bekannten Zeit mit der reichen Tochter des KaufmannsLuttroth zu Mühlhausen, Eleonore Caroline, verheirathet, die noch 1845 dort lebte. Sietrennte sich von ihm und klagte von Mühlhausen aus auf Rückgabe des eingebrachtenBrautschatzes. Da die Ehe kinderlos war, so erlosch schon mit ihm der von seinemVater begründete Zweig der Melchior'schen Linie. 2 )
437. f) Christian, geb. 29. August 1779, gest. 27. Octbr. 1779.
Von den Kindern des Oberhauptmanns Friedrich Ludwig Ernst gründeten, wiewir oben sub Nr. 420 (St.-T. VII) erfahren haben, Hans Lebrecht Friedrich Ludwig undChristian Wilhelm Wedekind Christoph Diedrich neue Zweige. Ihre Entwickelung biszur Gegenwart verfolgend, beginnen wir mit dem Begründer des älteren Zweiges:
438. Hans Lebrecht Friedrich Ludwig, geb. 22. Juli 1746 zu EbergötzenAmts Radolfs hausen, erlangte nach vollendeten Studien in Göttingen in Folge einer xx ' G 'daselbst in Gegenwart S. Kgl. Hoheit des Herzogs Eduard August von York (Bruder rat ion. CKönigs Georg III.) gehaltenen Disputation schon im Jahre 1765 den juristischen Doctor-grad. Am 5. April 1766 wurde er Auditor beim Amte Herzberg, am 3. Februar 1770beim Amte Reinhausen. Am 30. Juni 1775 zum Drost beim Amte Bissendorf befördert,kam er am 23. März 1778 in derselben Eigenschaft an das Amt Ilten, wo er unter Er-nennung zum Oberhauptmann am 28. Juli 1797 bis an sein Lebensende blieb. Zum
i) Archiv des hist. V. f. Nieders., 1848, S. 189, 278; v. Berckefeldt, Gesch. des hannov. Landwehr-
Batls. Münden, S. 94. — 2 ) Nach verschiedenen Aufzeichnungen.