Claus Moritz von Wrangeil hatte bald nach seiner Verheiratlmng vom Vater,dem Landrath Fabian von Wrang eil, das mütterliche Gut Mehntack mit dem GütchenResa und dem halben Dorfe Woide erhalten. 1 ) Er starb aber vor seinem Vater undseine Wittwe heirathete später den Landrath, General-Adjutanten Fabian Ernst von Un-gern-Sternberg. Infolgedessen änderte Fabian von Wrangeil sein Testament. Eskam aber ein Vertrag zwischen diesem und den eingesetzten Vormündern einerseits unddem General von Ungern-Sternberg andererseits zu stände, wonach letzterem die Güterauf zwölf Jahre verarrondirt wurden, von Ungern-Sternberg zahlte jährlich 300 Reichs-thaler und musste ausserdem die nachgelassenen Kinder des Claus Moritz auf seineKosten kleiden, nähren und erziehen lassen. 2 )
Dieser Arrende-Contrakt wurde am 7. März 1689 dahin geändert, dass der Stief-vater den Erbantheil seiner Frau aus Mehntack in zehn Jahren abwohnen solle, dasheisst, er zahlte keine Arrende; seine Stiefkinder erhielten aber dafür 1698 das Gut frankund frei von Schulden, ohne dass ihre Mutter ihren gesetzlichen Kindestheil aus Mehn-tack zu fordern haben sollte. Auf Grund dessen trat Fabian Ernst von Ungern-Sternbergzur festgesetzten Zeit das Gut seinem Stiefsohn Fabian von Wrangeil (39) ab, bataber schon am 27. März 1696 für ihn um Ermässigung der Abgaben, damit nicht dieBauern bei zu grosser Ueberbürdung mit Arbeit über die nahe Grenze nach Russland ent-weichen möchten. 3 )
von Ungern-Sternberg hatte auch das Gut Erras in Besitz genommen. Hiergegenprotestirten die Vormünder, wurden aber am 6. April 1693 vom Oberlandgericht mitihrer Klage abgewiesen 4 ) und so finden wir das von Ungern-Sternbergsche Ehepaar,nachdem eine Vereinbarung mit dessen Schwägern zu stände gekommen, noch 1711 imBesitze von Erras.
39. Fabian von Wrangeil, 5 )
Sohn von Claus Moritz (27), geboren 1679, war schwedischer Oberstlieutenant, 1725 Mann,ricliter und 1729 Landrath in Esthland. Er besass Mehntack, Wrangeishof, Höbbet,Resa, verkaufte Mehntack indessen am 16. Februar 1736 nebst Resa für 10 500 Rubel80 Kopeken an Otto Fabian Baron von Rosen zu Schönangern.
Als Carl XII. im Jahre 1700 gelandet und seinen Einzug in Reval hielt, mussteFabian von Wrangeil als Landeshauptmann den König feierlich bewillkommnen.
Er starb am 12. September 1739.
Am 29. Juli 1698 vermählte er sich zu Reval mit Anna Helene von Ungern-Sternberg, Tochter des Oberstlieutenants und Commandanten in Baku Baron Jürgen Rein-hold VI. von Ungern-Sternberg auf Klein-Lechtigal (starb um 1721) und der GertrudSophie von Wrangel aus dem Hause Uchten (XVIII48). Anna Helene war geboren am31. Mai 1680 und verstarb am 9. April 1756. Aus der Ehe stammten ein Sohn Rein-hold Fabian (59) und vier Töchter:
!) Oberlandgericht Reval, Convolut 270, Nr. 15.
2 ) Gesch. Ungern-Sternberg, Urk. 777.
3) Ungern-Sternberg, Gesch., Urk. 792. Noch am 6. Juni 1702 zahlte Fabian Ernst von Ungern-Sternberg durch G. von Wrangel fürseine Stiefkinder an Fr. A. Möller 246 Reichsthaler specie. — Ungern-Sternberg, Gesch., Urk. 845.
4 ) Zeugen Axel Julius de la Gardie und sieben Landräthe: von Ungern-Sternb. Gesch., Urk. 819, p. 707.
5 ) Livl. Ritterach.-Arcli. Nr. 164. 703; K.-B. Nicolai in lleval; Russwurm. Material.
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