250
Xt. Kapitel.
Daß der Leib Christi und die heilige Schrift der gläubigenSeele vorzüglich nothwendig sind.
Stimme des Jüngers.
1. O süßester Jesus, wie groß ist die Süßigkeiteiner andächtigen Seele, die mit Dir bei deinem Gast-mahle ißt, wo ihr keine andere Speise zum Essen vor-gesetzt wird, als Du ihr einziger Geliebter, der überalle Wünsche ihres Herzens ihr wünschenswerth ist;
Und für mich wäre es süß in deiner Gegenwartaus innigster Liebe Thränen zu vergießen und mitder frommen Magdalena deine Füße mit Thränen zubenetzen.
Aber wo ist diese Andacht? wo der reichliche Er-guß heiliger Thränen?
Wahrlich vor deinem und deiner heiligen EngelAngesichte sollte mein ganzes Herz erglühen und vorFreude weinen.
Denn ich habe Dich im Sakramente wahrhaft ge-genwärtig, obgleich unter fremder Gestalt verborgen.
2. Denn in deiner eigenen und göttlichen KlarheitDich zu schauen, könnten meine Augen nicht ertrage»;aber auch die ganze Welt könnte vor dem Glänze dei-ner Majestät und Herrlichkeit nicht bestehen.
Hierin kommst Du also meiner Schwachheit zuHilfe, daß Du Dich unter dem Sakramente verbirgst.
Ich habe wahrhaftig und bete den an, welchen dieEngel im Himmel anbeten, aber ich unterdessen nochim Glauben, jene aber im Schauen und ohne Schleier.
Ich muß mich begnügen mit dem Lichte des wah-