IIX. Aapitel.
Daß man alle Hoffnung und alles Vertrauen auf Gottallein setzen soll.
k. Herr, waS ist meine Zuversicht, die ich indiesem Leben habe? oder was ist mein größter Trostvon Allem, was unter dem Himmel ist?
Bist nicht Du es, o Herr, mein Gott, dessen Er-barmungcn ohne Zahl sind?
Wo warS mir wohl, ohne Dich? oder wannkonnte es mir üdel gehen, wenn Du bei mir warst?
Ich will lieber Deinetwegen arm sein, als reichohne Dich.
Ich will lieber mit Dir ans Erden Pilgern, alsohne Dich den Himmel besitzen. Wo Du bist, da istder Himmel, und dort ist der Tod und die Hölle, woDu nicht bist.
Du bist mein Verlangen, und daher muß ich nachDir seufzen, schreien und flehen.
Aus Keinen endlich kann ich vollkommen vertrauen,daß er zur rechten Zeit in Nöthen mir zu Hilfe käme,als auf Dich allein meinen Gott.
Du bist meine Hoffnung, Du mein Vertrauen,Du mein Tröster und mein Getreuester unter Allen.
2. Alle suchen das Ihrige; Du suchst einzig nurmein Heil und meinen Fortgang, und wendest mirAlles zum Guten.
Wenn Du mich auch verschiedenen Versuchungenund Widerwärtigkeiten aussetzest, so ordnest Du diesesAlleS mir zum Nutzen an, der Du auf tausendfacheWeise deine Geliebten zu prüfen Pflegest.
Kempis, Nachfolge Christi. kl)