144
müthes, das keinem Geschöpfe mit unordentlicherLiebe anhängt.
2. Ich bitte Dich, o mein mildester Gott, be-wahre mich vor den Sorgen dieses Lebens, damitich nicht allzusehr darei» verwickelt, vor vielen Be-dürfnissen des Leibes, damit ich nicht von der Wol-lust gefangen, vor allen Hindernissen der Seele, da-mit ich nicht durch die Beschwerden niedergeschlagenund muthlos wcrve.
Ich sage nicht vor den Dingen, wornach dieEitelkeit der Welt mit aller Begier strebt; sondernvor den Mühcscligkeiten, welche die Seele deinesKnechtes nach dem gemeinsamen Fluche der Sterb-lichkeit peinlich beschweren und zurückhalte», daß sienicht in die Freiheit des Geistes, so oft es ihr be-liebt, eingehe.
3. O mein Gott, Dn unaussprechliche Süßigkeit,verwandle mir in Bitterkeit alle» fleischlichen Trost,der mich von der Liebe zum Ewigen abzieht, und zusich durch den Anblick irgend eines zeitlichen ange-nehmen Gutes verlockt.
Nicht soll mich überwinden, o mein Gott, nichtsoll mich überwinden Fleisch und Blut; nicht sollmich betrügen die Welt und ihr kurzer Ruhm, nichtsoll mich zum Falle bringen der T eufel und seine Tücke.
Gieb mir Kraft zum Widerstehen, Geduld zumErtragen, Standhaftigkeit zum Ausharren.
Gieb mir statt aller Tröstungen der Welt die süßesteSalbung deines Geistes, und statt fleischlicher Liebegieß mir deines Namens Liebe ein.
4. Siehe Speise, Trank, Kleidung und Alles,