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Friede» wollen Alle haben; aber was zum wah-ren Frieden gehört, dafür sind nicht Alle besorgt.
Mein Friede ist mit den Demüthigen und denen,die sanstmüthigen Herzens sind. Dein Friede wirdbestehen in vieler Geduld,
Wenn du mich hören und meiner Stimme folgenwirst, so wirst du vielen Frieden genießen können,
2, Was soll ich also thun?
3, Bei jedem Dinge habe Acht auf dich, was duthust, und was du redest, und dein ganzes Augen-merk richte darauf, daß du mir allein gefallest, undaußer mir nichts wünschest oder suchest.
Aber auch über die Worte oder Handlungen An-derer urtheile nicht vermessen, noch mische dich inDinge, die dir nicht übertragen sind; und so mag esgeschehen, daß du wenig oder selten beunruhigt wirst.
Niemals aber irgend eine Störung fühlen, nocheine Beschwerde des Herzens oder des Leibes leiden,gehört nicht der gegenwärtigen Zeit an, sondern istder Zustand der ewigen Ruhe.
Glaube also nicht, daß du den wahren Friedengefunden habest, wenn du keine Beschwerde empfindest;noch daß dann Alles gut sei, wenn du von keinemWidersacher zu leiden hast, noch daß dieß die Voll-kommenheit sei, wenn Alles nach deinem Sinne geht.
Auch dann halte dich nicht für etwas Großes,oder für einen Liebling (Gottes), wenn du in großerAndacht und Süßigkeit dich befandest; weil man da-raus den wahren Liebhaber der Tugend nicht erkennt,noch darin der Fortschritt und die Vollkommenheitdes Menschen besteht.