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Selbstsucht darin verborgen, sieh, so ist es dies,waS dich hindert und beschwert,
2, Hüte dich daher, daß du dich nicht allzusehr> auf ein vorgefaßtes Verlangen stützest, ohne mich um
Rath gefragt zu haben ; damit du etwa nicht nachherbereuest, oder dir mißfalle, was dir zuerst gefiel, undfür das du. als für das Bessere, geeifert hast.
Denn nicht jeder Neigung, die gut scheint, mußman sogleich folgen e aber auch nicht jede entgegen-gesetzte Neigung sogleich fliehen.
Es ist bisweilen nützlich, den Zügel zn gebrau-chen, auch bei guten Bestrebungen und Begierden,damit du nicht durch ungestümes Wesen in eine Zer-streuung des Gemüthes verfallest; damit du nichtAndern durch ungeregeltes Betragen Aergerniß berei-test, oder auch durch den Widerstand Anderer plötzlichin Verwirrung gerarhcst und zum Falle kommst,
3, Manchmal muß man aber Gewalt brauchenund männlich dem sinnlichen Begehren widerstehen,und nicht achten, was das Fleisch wolle, oder nichtwolle, sondern vielmehr gerade dahin arbeiten, daßes auch wider Willen dem Geiste Unterthan sei.
Und so lange muß es gezüchtigt und zur Unter-würfigkeit gezwungen werden, bis es zu Allem bereitist, und lerne mit Wenigem zufrieden zu sein, und amEinfachen sich zu erfreuen und gegen nichts Niedrigeszu murren,
XII. Kapitel.
Von der Unterweisung in der Geduld und dem Kampfegegen die Begierden,t, O Herr, mein Gott, wie ich sehe ist mir Geduld