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Thomas von Kempis, vier Bücher von der Nachfolge Christi : mit e. Zugabe von Morgen-, Abend-, Meß- ... gebeten u. ... aus den übrigen Schriften des Thomas von Kempis
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2. Warum waren manche Heilige so vollkommen,und führten ein so beschauliches Leben?

Weil sie in sich selbst alle irdischen Begierden abzu-tödten sich bemühten, und deßwegen aus ganzem Her-zensgrunde Gott anhangen, und ungehindert für ihrHeil sorgen konnten.

Wir lasse» uns zu viel von unsern eigenen Leiden-schaften meistern, und vom Vergänglichen zu sehranreizen.

Selten überwinden wir auch nur Ein Laster voll-kommen, und lassen uns zum täglichen Fortschreiten (imGuten) nicht aneifern; daher bleiben wir kalt und lau.

3. Wenn wir uns selbst vollkommen abgestorbenund im Innern ganz und gar nicht (von Neigungenund Leidenschaften) eingenommen wären, dann konn-ten wir auch gottliche Dinge verkosten und von derhimmlischen Beschauung etwas erfahren.

Das ganze und größte Hinderniß ist, daß wir vonLeidenschafte» und Begierden nicht frei sind, und denvollkommene» Weg der Heiligen zu betreten uns keineMühe geb.n.

Wenn auch nur eine kleine Widerwärtigkeit unsbegegnet, so lassen wir allzuschnell den Muth sinken,uno wenden unS zu menschlichen Tröstungen.

ll. Würden wir uns eifrig bestreben wie tapfereMänner im Kampfe festzustehen, wahrhaftig wir wür-den die Hilfe des Herrn über uns vom Himmel kom-men sehen.

Denn Er selbst ist bereit denen, die kämpfen undauf seine Gnadehoffen, zu helfen; Er, der uns die Ge-legenheit zum Kampfe verschafft, damit wir siegen sollen