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du nicht etwa vor Gott für schlechter gehalten werdest,welcher weiß, was in dem Menschen ist.
Sei nicht stolz auf deine guten Werke, denn anderssind die Urtheile Gottes, als die der Menschen, welchemoft mißfällt, was dem Menschen gefällt.
Wenn du etwas Gutes (an dir) hast, so glaube vonAndern noch Besseres, damit du die Demuth bewahrest.
Es schadet dir nicht, wenn du dich Allen nachsetzest;es schadet aber sehr viel, wenn du dich auch nur einemeinem einzigen vorfetzest.
Jmmerdaucrnder Friede ist mit dem Demüthigen,in des Stolzen Herzen aber oftmals Eifersucht undUnwillen.
VIII. Aapitel.
Hüte dich vor allzugroßer Vertraulichkeit.
1. Nicht jedem Menschen öffne dein Herz, sondernmit dem Weisen und Gottesfürchtigen berathe dich.
Zu Jünglingen und Fremden geselle dich selten.
Den Reichen schmeichle nicht; und vor den Großenerscheine nicht gerne.
Mit den Demüthigen und Einfältigen, mit denFrommen und Sittsamen habe Gemeinschaft, und rede,was zur Erbauung dient.
Sei nicht vertraut mit irgend einem Weibe, sondernempfiehl überhaupt das ganze andächtige Geschlecht dem(lieben) Gott.
Mit Gott allein, und seinen Engeln vertraut zu seyn,sei dein Wunsch, die Bekanntschaftder Menschen vermeide.
2. Liebe muß man haben zu Allen, aber Vertrau-lichkeit taugt nichts.