selbst besiegen, und täglich seiner selbst mächtiger zuwerden, und zum Bessern in etwas vorzuschreiten.
-t. Alle Vollkommenheit in diesem Leben hat eineihr anklebende Unvollkommenheit; und all unser For-schen ist mit etwas Dunkelheit verbunden.
Eincdemüthige Erkenntniß deiner selbst ist ein sichere-rer Weg zu Gott, als tiefes Forschen in der Wissenschaft.
Die Wissenschaft ist aber nicht zu schmähen, oderjede einfache Erkenntniß von einem Dinge, welche anund für sich betrachtet gut und von Gott angeordnetist; aber vorzuziehen ist immer ei» gutes Gewissen undein tugendhaftes Leben.
Weil aber die Meisten mehr das Wissen, als einsrommeS Leben sich angelegen sein lassen, daber irrensie oft, und bringen beinahe keine, oder wenig Frucht.
5. O wenn sie so große Sorgfalt anwendeten, La-ster auszurotten, unv Tugenden einzupflanzen, als (ge-lehrte) Fragen auszuwerfen, so würde nicht so viel Bö-ses und Aergerniß unter dem Volke, und keine so großellngebundenheit in den Klöster» sein.
Wenn der Tag des Gerichtes kommt, wird manuns gewiß nicht fragen, was nur gelesen, sondern waswir gethan, noch wie schön wir gesprochen, sondernwie gottgefällig wir gelebt haben.
Sag mir, wo sind jetzt alle jene Herrn und Mei-ster, die du wohl kanntest, so lange sie lebten unddurch Gelehrsamkeit blühten??
Schon besitze» ihre Pfründen Andere, und vielleichtdenken sie nicht an sie zurück. In ihrem Leben schienensie etwas zu sein, und nun schweigt man von ihnen.
6. O wie schnell vergeht die Herrlichkeit der Welt!