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Folge 3 (1880)
Entstehung
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Etrübtes Haust von Ebcrstciu

" Laß Wusend Thränen-Perlen fliessen,Laß ach! aus deinen Hertzen schiessen,

Diewcil der Schatz ist ungeiuein,Den Du mit Seusftzer-reichen KlagenItzundcr must zu Grabe tragen.

Sind Kinder ein vergnügtes Pfand,Lin Spiegel, den man gerne stehet,Ein Baum, der uns zur Freude blühet

Und dieses Lebens Znckcrkandt;

So ist kein Wunder, daß diß ScheidenSie setzt in Jammer Angst und Lcyden.

von Hertzen kam ihr Uhrsprung her,Drum macht der Fall auch ihren HertzenBckümmcrniß und tausend SchmertzenUnd öffnet ein recht Zähren-Aleer.Beweint der Weinstork seine Reben:was Roth muß Sie dicß Sterben geben?

Das Fräulein, so wird beygesctzt,

Ließ aus den holden Augen lesenEin angenehmes Wunder-Wesen,

Das GBTT und Alenschcn wohl ergötzt,Sie zeigte schon in Ihrer JugendDie süssen Früchte rciffcr Tugend.

Sie hatte Gottesfurcht und SchrifftZum steten Zeitvertreib erwehlet,Was Jugend sonst zum Zucker zchlet,

Das hielte Sie vor tödtlich Gisst;Der Himmel war Ihr Zweck im Lieben,Allwo Ihr Nähme angeschrieben.

Die holde Anmuth der Gestalt,

Blick, Worte, Annen und Geberdcn,Die machten Sie ansf dieser Erden

Bey jungen Iahren grau und alt:Sie war in äugenden vollkommen,

Drum hat sie GGtt hinweg genommen.

Laßt, Hochbetrübte, diesen TodtEuch nicht so sehr zum Hertzen steigen;Ein Alund, der in dem Ercutz kau schweigen

vermindert Leyden Angst und Noth;GBTT hat die Seelze lassen sterbenUnd läßt Sie Himmels-Krohnen erben.

Nehmt von des Höchsten Vater-HandDen Kelch, so nach der wcrmuth schmecket,Dieweil in diesen Salscu stecket

Des Trostes süsser Zuckerkandt.

GGTT wird auff diese herbe ZährenSchon wieder süsse Lust gewähren.

wir schweben noch in Noth und Nacht,Die Seelze leuchtet als die SonneIn unverrückter Himmels-Wonne,

wo Sie kein Zufall traurig macht;

Hier ist der bittre Riß geschehen,

Dort folgt das frohe Wiedersehen.