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Folge 3 (1880)
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194
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Leichen-Text »klaren, und daraus unsere Lehre und Labsahl schopffcn. Ich habe zueuch allen das Vertrauen, ob ich gleich ein Freinbdcr unter euch bin, so werdet ihrmir doch euer Vater Unser nicht versagen, und mir des Heil. Geistes Beystand, zumeinen Lehren, wie ichs vor euch thnn will, zu euren Hören erbitten helsfen, durchdas Gebeth des HErrn CHristi.

Psnlm, XXV, v. 6. 7.

Gcdencke HErr an deine Varmhcrhigkcit, und an deine Güte, die von derWelt her gewesen ist. Gcdencke nicht der Sünde meiner Jugend, und meinerÜbcrtrcttnng, gcdencke aber mein nach deiner Varmherhigkeit, um deiner Gütewillen.

Nter andern Dcnckwürdigkeitcn, womit die kluge und Sinn-reiche Vorwclt,ihren Nahmen verewiget, sind billig mit zu rechnen die Gedacht»- und Ehren-Steine, welche Sie theils aus Tanckbnrkcit gegen GOtt, vor seine Wohl-< thaten, theils aus Schuldigkeit und gebührender Ehrbczeignng gegen dieObern in Lehr-Wchr- und Nehrstande, mit grosser Kunst und Sorgsalt ausgerichtet,davon Geist- und Weltliche Historien Zeugniß geben. Einen Danck-Stei» gegenGOTT richtete ausf der Heilige Erh-Vatcr Jacob, denn als er sein Vaterland, dasglnckseelige Ennaau, da Milch und Honig innen floß, wegen des grimmigen Zornsseines Bruders Esau, der ihm den Tod geschworen, fast mit weinenden Augen ver-lassen mußte, und aber unter Wegens ausf sreyeu Felde im nächtlichen Traum ihmeine Leiter gezciget wurde, die aufs der Erden stund, und mit der Spitze an denHimmel rührte, daran die Engel GOttes aus- und niederstcigen, und der HErr stundoben daransf und sprach: Siehe ich bin mit dir, und will dich nicht lassen, biß ichthue alles, was ich dir gcrcdt habe, da nahm er des morgens früh den Stein, dener zu seinem Haupt geleget hatte, und richtete ihn ans zu einem Mahl, und goß Ocloben drausf und sprach: So GOtt wird mit mir sehn, »nd mich behüten anff demWege, den ich reise, und Brodt z» essen geben, und Kleider anznzichn, und michmit Frieden wieder heim zu meinen Vater bringen, so soll der HErr mein GOttseh», und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einen Mahl soll ein GOttcs-Hanß werden, und alles was du mir giebest, deS will ich dir de» Zehnten geben,wie davon Gen. 28. umständlich zu lesen.

Nicht nur einen, sondern 24. Danck- und Tenck-Stcinc richtete anff der treueRegent in Israel Josna, denn als der allerhöchste GOtt nach 40. Jähriger be-schwerlicher Reise, die Kinder Israel durch die wilde gefährliche Wüsten, in das längstversprochene gelobte Land cinführcte, indem er vor ihm her den Jordan zerriß, also,daß das Wasser anff der einen Seite hinunter in das Saltz-Mccr lieff, aufs der ander»Seite aber als eine feste starcke Mauer über einen Haussen ausfgerichtet stunde, daß dasgesammtc Volck trocknes Fusses hindurch gehen konte, da mustc Josna anff GOttesBefehl zum Gedächtniß des wunderlichen Durchgangs, zwölff Steine anffrichten,mitten ini Jordan, da die Füsse der Priester gestanden hatten, welche die Lade desBundes trugen, und zwölff Steine ausser dem Jordan zu Gilgal, da sie die ersteNacht sich lagerten, auf daß wenn ihre Kinder hernachmahls ihre Bäter fragen würden:Was sollen diese Steine? Sie ihnen sagen köntcn: Israel gieng trocken durch denJordan, da der HErr euer GOtt das Wasser des Jordans vertrocknete, für Euch her,

biß