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Folge 3 (1880)
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machten eine Gewohnheit daraus in Israel, Siehe! es ist geschrieben unter den Klage-liedern, nach 2. Chronicor. 33. Die Klage ach Bruder! brauchten die nahen Anver-wandten, die ans ihrer I'amilie ein treues Hcrh Verlohren. Den Seufftzcr ach HErr!die Nntrthanc» und Clicnten, die ihr Ober-Haupt und ihren Patron in der Gewaltdes Todes sehen musten, die Leid-Stimme aber, ach Edler! diejenigen so des Ver-storbenen gleichen, und ihn seiner (jvakitlvten und angenehmer Lonäuits halber, nichtgerne aus ihren dolisAiis und Eonverl'akion vcrlohren, wie Usiniins in seinen tüom-montario über den loremiam odlorviret.

Wir sind heute ach lcpdcr! in diesem Klag-Hanse für dem Angesichte GOtteserschienen, einen mehr als Edlen Herrn, den Wcyland Hochwürdigen Hochwohlge-liohrncn Herren, Herren Nntho» Alb recht von Ebcrstcin, gewesenen hoch-ansehnlichen Dohm-Herrn, 8ud-8sniorem, und Bnrg-Voigt, be>> der hohen Stiffts-Kirchc z» Halberstadt, Erb- »nd Gcrichts-Herren aus Gchofcn, Ncnhanß undPasibruch, Jnnhnbcrn der Gräßliche» Manßfcldischcn Acmter Aiohr- und Lcinun-gen zc. Welcher am abgewichenen 31. Januar, uach vorher gemachter schöner Vor-bereitung zu seinem Abschiede in wahren Glanben an den HErrn JEsnm dieses Zeit-liche gesegnet, zu beklagen, Er moritirets sehr wohl, daß seine Hochadcliche Familie,daß alle hohe Standes- und Ihme gleichende Personen, vorncmlich das geistliche Eol-lexsium der Dohm-Herren zu Halberstadt, auch alle seine Unterthanen und Clicnten,heute an seinen Bcerdigungs-Tagc sich hören lassen: Ach HErr! Ach Bruder! AchEdler! Die Hochadcliche, Hochbekümmcrtc Frau Wittbe führet billig ihre Todten-Klage über den Verlust ihres liebreichen Ehe-Herrn, über die schmcrtzliche Theilungihres Hertzens, über die abgefallene Crone ihres Hauptes, es Heist bch ihr, wie bei)der klugen Frau von Thecoa aus den 2. Sam. 14. Ich bin eine Wittwc, ein Weibdas Lchdc tragt, nnd mein Mann ist mir gestorben. Sie möchte mit jenen betrübtenHertzen, zu ihrem 8znnd»Ic> crwehlcn eine Cvrallen-Stande, die nur im Wasser wächst,und dabei) das Wort setzen lassen:

In laoürz-mis tantuin vivo:

Die Thränen zeugen meine Noth,

Die Thränen sind mein täglich Brodt.

Die Hochwohlgeboruen Herrn Söhne, die Hochwohlgebohrnc Frau und Fräu-lein Töchter, der Hochwohlgebohrnc Herr Schwicgcr-Soh» lassen auch ihr traurigesAch heute hören: Ach Herr Vater! Ach nnscr lieber Herr Vater! Wir haben nn»keinen Vater mehr auff Erden, aber unsere kindliche Liebe wird mit Ihm nichtbegraben, wir küssen durch ei» beständiges Andcnckcn aller seiner Väterlichen ^k-kootion, seine Hände noch im Sarge, so lange ein lebendiger Blnts-Tropssen inunser» Adern wallet. Der Hochwohlgebohrnc einige aunoch lebende Herr Bruder,die Hochwohlgcbohrne Frau Wittwe, des auch Hochsceligcn Herr» BrndcrS, dieHochwohlgcbohrnen Brüder Kinder lassen allerseits ihre Trauer-Stimme hören, achBruder! Sie seufftzen mit David über den Abschied Jonathans aus dem 2. Sam. I.Es ist mir leid um dich mein Bruder Jonathan, ich habe grosse Freude undWonne an dir gehabt, deine Liebe ist mir sonderlicher gewesen, als Franen-Licbe,du wcrthcr Held, wie bist» gefallen, du lieber Bruder, wie bist» nmkommc»?

Die gesammtc Hochtcidtragcndc Hochwohlgebohrnc Ebcrsteinischc ?amilio, undwie sie auch der hohen Verbindung nach ihren Nahmen führen mögen, beseufftzen denTod ihres im Leben treugewesenen Freundes und sprechen mit der betrübten Tochter

Zio,