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Folge 3 (1880)
Entstehung
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Christliche Leichpredigt.

KRR, meine Tochter ist gestorben! Diese Trour und KlogWort HotDaß dieser öu 3^^ 3^" den HErrn JEsum zu führen Ursach gehabt, ein fürnchmcr

llairns der ansehnlicher Herr und Obrister unter den Jüdischen Volck, wie dieselbe, und

Schulober- dessen gantze Historia beschrieben zu finden, Anttii. im IX. Cap. Er klagt dem HErrnsie gewesen ^Esu, Er habe eine Tochter gehabt, und zwar eine liebe, fromme, gehorsame Tocbter,illarc - v' welcher er nunmehr gedacht seinen Trost und Freude zu haben: Aber gehabt ; ErImc VIII nicht nur müssen sehen, wie sie von einer heftigen Kranckheit angefallen, nieder-wird in g^egt', von allen Kräfften gebracht, sondern auch endlich ihre Seele und Geist auff-zwciffel gc- geben müssen, denn gleich itzund, als er sey von ihr gangen, sey ihr mit dem letztenzogen- Viel ^hem auch die Seele ausgangen, und also mit seinem, und seines gantzen Hausestlmär OliamI höchster Betrübnüs verstorben! Dieses hat nun, ausser Zweifsel, dieser Obrister, mitUarm Lvanx dermassen kläglichen und beweglichen Gebärden und Worten fürbracht, also, das viel-Xnnot <3 43 dickst wenn wirs hätten sehen und hören sollen, ohne mitleiden und Zähren nichtlidr I hätten sehen und hören können! Aber! mitten in solcher seiner Betrübnüs, fasset erwieder ein frisch Hertz: Aber, sagt er, kom du, HErr JEsu, so wird sie wieder leben-dig ! Ich wil deßwegen nicht eben verzagen oder mich zu Tode grämen, wenn ich dichnur bewegen kan, zu meiner verstorbenen Tochter mit deiner allmächtigen Hand zukommen, so muß gewiß der Todt weichen und sie wieder lebendig werden, wie dennauch erfolget und geschehen.

Der Wohlgebohrne Herr, Ernst Albrecht von Ebcrstein, Esneral FeldMarschallund Obrister, hat aititzo nebenst dero hertzliebsten Ehegcmahl, Ursach, diesen JüdischenObristen seine KlagWort aus seinem Munde zu nehmen und zu wiederhohlcn. Ach!meine Tochter ist mir gestorben, meine fromme, liebe und allzeit gehorsame Tochter,von welcher ich mit Warheit sagen kan, daß sie mich niemahls wissentlich und vor-schlich erzürnet oder beleidiget, (diese Wort Hab ich selbst von wohlgedachtcn HerrnVater, aus seinem Munde gehöret,) an welcher ich auch gedacht in meinem Altermeinen Trost, Freude, Pflegung und Wartung zu haben, aber ich habe auch müssensehen, wie sie von einer bösen Kranckheit angegriffen, abgemattet, und endlich ihrjunges Leben lassen müssen. Ach diese meine Tochter ist mir gestorben. Und dieseWorte werden auch, wo nicht mit dem Munde, doch Hertzen, mit dermassen kläglichenGebärden und Thränen vollen Augen gedacht und geredet, daß wir allerseits Anwesendeohne sonderbahres Mitleiden und Thränen solches nicht sehen können! Und ich haltedafür, wenn ein Ort aufs dieser Erden, da der HErr JEsus, wie domahls, sichtbarlichzu finden wehre, es würde, der Herr Vater, als welcher sonst manche mühselige unddenckwürdige Reise gcthan, sich auch anitzo keine Müh noch Weg dauren lassen, denHErrn JEsum zu bewegen, seine hertzliebste verstorbene Tochter, wieder lebendig zumachen:

Aber dieses ist weder zu wünschen noch zu hoffen! Jedcnnoch soll und kan ge-dachter Jüdischen Obristen Trost, die auch anitzo höchstbetrübten Eltern, ja alle an-wesende Betrübte, kräfftiglich trösten und auffrichten: Denn der HErr JEsus wird