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ich neun Jahr alt war, starb mein ältester Bruder Christian zuChristianstadt, wo er als Prediger 3 Jahr gestanden hatte. Erwar 1730 zu Kirtorf geboren, wo mein Vater Metropolitan war,besuchte 1749 die Universität Halle ward als Conrector nachSorau berufen folgte seinen: Schwager 1753 als Rector undkam 1754 als Lehrer zur Gemeinde in Christianstadt, wo er ander rothen Ruhr starb. Meine gute Mutter, welche, da unserVater alt war, in dieser» Sohrr eine Stütze für sich und vielleichtMiterzieher ihrer jüngern Kinder zu haben geglaubt hatte, warddurch diesen Tod so tief gebeugt, daß sie ganz schwermüthigward, und mein Vater viel Mühe hatte, sie zu beruhigen, undwir jüngern Kinder wie verlassen und niedergeschlagen um sieherunr wandelten. Mein Schwager Conradi folgte meinem Bruderals Lehrer zu Christianstadt im Jahre 1758, wo im selben Jahrmeine Schwester ihrer: ersten Sohn gebar Namens ChristianFriedrich. Die Freude, Großmutter zu sein und schon vorherdie Sorge um meine Schwester hatte ihrer Seele wieder einebessere Richtung gegeben, und sie war wieder die thätige Haus-mutter wie vorher. — Zwei Jahre ging es nun mit meinerGesundheit sehr gut; ich konnte jede Witterung vertragen ohneeine üble Empfindung zu bekommen. Allein 1761 ging ich inder Charwoche bei Zahnweh und Schnupfen mit meiner SchwesterMarie Charlotte nach Seyfersdorf, und als wir in einen Bauer-hof eingingen, hatte ich nicht Acht gehabt auf den Hund, der ineiner Hütte lag; dieser fuhr schnell heraus und es fehlte nurwenig, daß er nach packte. Dieser Schreck zog mir eine großeKrankheit zu — daß selbst der Arzt geglaubt, ich würde meinenGeist aufgeben. — So viel ich auch gelitten so sehr ich geschwächtund abgemagert war, so erholte ich mich doch schnell. Ich warnicht vergnügt darüber sondern wäre gern gestorben und dachtein meiner Krankheit, ich müßte es von Gott erbitten, hatte mirauch einen Leichentext gewählt aus dem Proph. Jer. (31, 3):„Ich habe Dich je und je geliebet, darum habe ich Dich zu nurgezogen aus lauter Güte." — H
1) Die ausgelassenen sehr ausführlichen Krankheitsgeschichten sind durch— bezeichnet.