Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
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jährlich ein gleiches auf den Schlössern Ncuhaus, Teltsch undRosenberg, jeden grünen Donnerstag. Dieses Mahl, bei welchemsich oft zehntausend Hungrige einfanden, führte von seinem Haupt-gericht, einer böhmischen Nationalspcise, den Namen der „süßenKasche", wurde aber später in Geld verwandelt und die Zinsenzur Heilung kranker Untcrthanen verwendet. Bertha starb 1476und wurde bei den Schotten in Wien begraben. Bald nach ihremTode verbreitete sich die Sage, die als Wohlthäterin von ihrenUntcrthanen beweinte „weiße Frau" erscheine vor jedem wichtigenEreignisse ihres Stammes auf den Schlössern Kruman, Wittingau,Frauenbcrg, Bechin, Schwamberg und Teltsch >).

Nachdem Heinrich, Ende 1463, seinen Frieden mit demKaiser Friedrich gemacht hatte, tritt er für ein paar Jahre vonden politischen Begebenheiten zurück. Erst im Anfang des Jahres1467 wird sein Name wieder in öffentlichen Dingen genannt,diesmal auf Seiten des Kaisers gegen die Unruhestifter und Land-friedensbrechcr, die es noch immer in Oesterreich gab, besondersWilhelm von Buchheim und Georg vom Stenn. Jener saß auf^ Rauhenstein, dieser auf Schloß Steier, das er in Pfand hatte.

^ Der Kaiser bot Truppen gegen sie auf und schreibt seinen Haupt-^ leuten Hans von Stahremberg, Christoph von Zelking undPilgrim Walh, daß auch Heinrich von Liechtenstein ihm Hülfeversprochen habe und mit allen seinen Dienern und den Urbar-leuten, die zu dem ihm verpfändeten Schloß Wechsenberg gehören,den nächsten Montag zu ihnen nach Freistadt kommen werde.(24. Januar 1467 Linz) 2). Der Kriegszug lief ziemlich erfolglosab, und der Kaiser mußte sich mit seinen Gegnern vergleichen.Das erwähnte Schloß hatte Heinrich vom Kaiser für 7232 un-garische Goldgulden in Pfandschaft genommen. Auf Befehl undim Austrag des Kaisers nahm er auch die Burg Schemberg aus,wo die Räuber und Unruhestifter sich festgesetzt hatten, um von

tz Hormayr a. a. O.

2) Chmel, Regg. K. Friedr. IV. 4876. 4877.