Gefangene» wurden in der That freigelassen, der Ausgleich kamaber am festgesetzten Tage nicht zu Stande, vielmehr einigten sichbeide Parteien am l5. Januar 1457 dahin und stellten Briefedarüber ans, daß sie die Austragung aufschieben wollten. Ver-treter des Kaisers waren der Bischof Ulrich von Gnrk, Mark-graf Bernhard von Baden und Andere. Die Gegner bevoll-mächtigten für die neuen Verhandlungen Ulrich von Grafencck.In diesen Briefen erscheint Heinrich von Liechtenstein für sich undals Vertreter seines Bruders Johann >). Die neue Tagsatznng warziemlich weit hinausgeschoben worden, denn erst am 22. Augustdesselben Jahres bevollmächtigte Kaiser Friedrich von St. Veitin Kärnthen zu diesen Verhandlungen den Markgrafen Bernhardvon Baden und seine Räthe Meister Härtung von Cappel undseinen Hofmarschall Georg Fuchs 2).
Der Ausgleich dürfte wiederum aufgeschoben sein, und eswar wohl der am 22. November des genannten Jahres erfolgteTod des Königs Ladislaus darauf nicht ohne Einfluß, denn nunwaren es, von Ungarn und Böhmen abgesehen, die sich ihreeigenen Herren wählten, zunächst drei Prätendenten um die er-ledigten österreichischen Lande, der Kaiser, die Erzherzoge Albrechtund Sigmund, ohne daß sie einstweilen zur Einigung kommenkonnten. Die Herren von Liechtenstein neigten zum ErzherzogAlbrecht hin, wie schon ihre bisherige Stellung erklärlich macht;wir dürfen es auch aus der endlichen Uebergabe der Stadt Steierdurch Heinrich an den Herzog Albrecht schließen. Während dieserZeit waren sie aber auch anderweitig in Anspruch genommenworden. Als der neu erwählte König von Böhmen, Georg Podie-brad mit Heereömacht gegen den Kaiser an die Donau rückte,waren wieder alle die mährischen Unruhestifter, Räuber und Raub-ritter wach geworden, hatten die Umstände benützt und öster-reichische Ländcreien bis zur Donau fürchterlich verwüstet. Jnsbe-
st Chmel, Materialien II. 120, 121; Rcgg. Friedr. IV. 3529;Lichnowsky VI. 126.
2) Archiv für Kunde oft. Gesch. X. 266.