Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
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472
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König nach Italien zn ziehen gedenke und keine Regentschaft nachdem Rathe des Landes eingesetzt habe noch den Erbhcrrn schicke,so seien sie es demselben schuldig, sowie auch dem Lande, ausallen Kräften dahin zu wirken, daß der junge Fürst nach Oester-reich komme und in der Burg zu Wien rcsidire. Zn dem Endegeloben sie sich gegenseitigen Beistand, garantircn einander etwaigeVerluste an Schlössern und Städten und überhaupt gemeinsamesVorgehen ^).

Die Versammelten blieben hierbei nicht stehen; es mußteihnen daran gelegen sein, für ihre Beschlüsse den gcsammtenAdel, die Prälaten, das ganze Land zn gewinnen. In der Thatwar eine zweite, später ausgefertigte Urkunde der MailbcrgcrBeschlüsse bereits mit mehr denn 25V Siegeln versehen, unterdenen sich auch die der Städte, Prälaten, Aebtissinnen befanden,sodaß die Erklärung wohl als Ausdruck des Landes gelten konnte.An dieser zweiten Urkunde hängen die Siegel von Johann undWilhelm von Liechtenstein. Noch im October hielten sie eine zweitezahlreicher besuchte Versammlung zu Wuldersdorf unweit Mailbergund entsendeten vier Abgeordnete an König Friedrich, der ihnenam 7. November seine Antwort gab, dahin lautend, daß er seinenMündel bis zur Großjährigkeit in keines der. drei Länder gebenkönne. In der That brach er alsbald von Neustadt auf undnahm den Knaben Ladislaus mit sich. Die noch immer inWuldersdorf Versammelten schickten dem Könige am 18. Novembereine neue dringendere Bitte, die auch von Wilhelm von Liechten-stein gesiegelt ist, und beriefen auf den 12. December einen Land-tag nach Wien. Auch dieses Ausschreiben ist von Wilhelm ge-siegelt 2). Verhandlungen, die mit Rüthen des Königs zu Sonn-berg stattfanden und zur Beruhigung dienen sollten, mißlangen;und der Landtag kam zu Wien am festgesetzten Tage zu Standeund war zahlreich von Prälaten, den Städten und Rittern be-

') Chmel, Gesch. K. Friedr. IV. 2.Friede. IV. I. Bd. 2kl.

2) Chmel, Materialien I. 361.

640 ff.; Kurz,