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1 (1868)
Entstehung
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der wohl einsah, daß mit ihm, wenn er ihn von sich gäbe, seineigener Einfluß dahin sein würde, wußte beständig jener Forde-rung auszuweichen und behielt den jungen König bei sich. Fried-richs persönliche Charakterfehler, seine Schwäche, seine Geldbe-dürftigkeit, seine Abhängigkeit von den verschiedensten Rüthen,die seine Person selbst mit einer Anzahl intriguirendcr Parteienumgaben, vermehrten das Uebel. Oesterreich, das inmitten lag,war am schlimmsten daran, und wurde gar nicht regiert. Aus-gesetzt den Einfällen und Verwüstungen, von der einen Seiteder mährischen Räuber und Freibeuter, von der anderen der un-garischen, die sich selbst im Lande festsetzten, litt es außerordent-lich und wurde alsbald noch von der Privatleidenschaft einigerEhrgeizigen aufgeregt.

Die Lage der liechtensteinischen Besitzungen, welche sie ganzbesonders den Schädigungen durch die räuberischen Einfälle aus-setzte, mußte ihre Herren früh in dies öffentliche Wirrsal, in dieallgemeine Roth mit hineinziehen, und es war nur natürlich,daß sie, selber bedrängt, an die große Partei des Landes, an dieStände, sich anschlössen. Diese waren wenigstens einig und ge-schlossen und auch bereit für das Wohl des Landes zu handeln,ob man immer ihre sonstigen Forderungen, zumal die, den jun-gen Ladislaus in ihrer Mitte zu Wien erziehen zn lassen, gerechtoder ungerecht finden mag. Wie die Liechtensteiner bei den Uebelndes Landes persönlich betroffen waren, zeigt der Vergleich, denGraf Ulrich von Cilli mit Pankraz von Galicz und den anderenungarischen und mährischen Raubrittern 1448 vermittelte, worindie Herren von Liechtenstein mit ihren Gütern und Leuten inOesterreich und Mähren förmlich eingeschlossen wurden^). Essetzte aber dieser Vergleich dem Unwesen kein Ende, und alsdaher auf dem Landtag zu Krems am 3. September 1449 dieStände einen kräftigen Kriegszug gegen die Verwüster des Lan-des beschlossen, war Johann von Liechtenstein einer ihrer vier-

') Chmel, Gesch. Friedrichs IV. 2. Bd. 582.