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Pfleger Rath, nichts weiter verleihen, geben oder versetzen. Auchwurde ihnen volle Gewalt gegeben, die Zeit ihrer Amtsverwal-tnng hindurch, an Stelle der Herzoge alle Hauptleute, Landvögte,Untervögte, Pfleger, Burggrasen, Richter, Räthe, Mauthverwaltcr,Amtsleute, hoch und niedrig, überall in allen Landen, Herrschaf-ten, Städten und Märkten einzusetzen und abzusetzen nach ihremWillen und nach ihrer Treue. Die Herzoge selbst gelobten auchin dieser Zeit keinerlei Krieg noch Handlung anzufangen, nochzu führen ohne ihren Rath. In weiteren Sätzen wird allen Prä-laten, Grafen, Freiherren, Landherren, Rittern, Knechten, Bürgern,Landsassen, Pfaffen, Geistlichen, Weltlichen, edeln und unedeln,sowie allen Amtslenten und Unterthanen, Christen und Juden,der Gehorsam gegen die Commission anbefohlen und sie zugleichfür die Zukunft von aller nachfolgenden Verantwortung, Zahlungu. s. w. freigesprochen.
Die Herzoge entkleideten sich damit selbst aller innerenRegierungsgewalt und machten auch die äußeren Angelegenheitenvon dem Rathe der Pfleger abhängig. Wie weit diese dafür dasZiel erreicht haben, nämlich die Herzoge schuldenfrei zu machen,oder wie lange diese ihre außerordentliche Ausnahmsstellung undRegierungsgewalt gedauert hat, wissen wir nicht. Vielleicht, daßder venetianische Krieg, der flüssiger Gelder bedurfte, schon baldandere Verfügungen veranlaßt hat.
Dieser Krieg, welcher um die von Venedig abgefalleneStadt Trieft sich erhob, und an welchem wir bereits Ulrich vonLiechteustein-Murau, den Landeshauptmann von Steiermark, be-theiligt gesehen haben, war noch vor der Einsetzung der erwähntenRegierungscommission ausgebrochen. Vielleicht war es besondersihr Einfluß, welcher nach dem verunglückten Sturm der österrei-chischen Truppen auf die venetianischen Verschanzungen vor Trieftden Frieden herbeiführte, denn wir finden, daß eines ihrer Mit-glieder, der Münzmeister Johann von Tyrna, von den Herzogenzum eigentlichen Friedensunterhändler ernannt wurde und zudiesem Zwecke mit dem venetianischen Gesandten, dem Syndicus