Heinrich I.
ÄÄir haben im ersten Abschnitte die Anfänge des österrei-chischen oder fürstlichen Hanfes Liechtenstein im Lichte der Ge-schichte untersucht und alle Nachrichten zusammengestellt bis aufdie drei Brüder Dietrich, Heinrich und Albert, welche sämint-lich Nachkommen hatten und somit drei Linien stifteten. Von diesenLinien haben wir die von Dietrich und von Albert, genannt vonRorau und von St. Petronell, bereits bis zu ihrem frühen Endeverfolgt und uns Heinrich, den weitaus vorragendsten unter denBrüdern, als den eigentlichen Stammhalter und Begründer desnachherigen fürstlichen und noch heute blühenden Hauses Liechten-stein für die spätere Untersuchung aufgespart, um ihn nicht vonder Darstellung der Geschichte eben dieses Hauses durch Einschie-bung der steirischen Familie Liechtenstein trennen zu müssen. Vonihm zu reden, ist also hier des Ortes.
Ob Heinrich, der erste dieses Namens, der älteste oderder zweite der drei Brüder war, wie wir oben als Vermuthungangenommen haben, können wir nicht mit Sicherheit ausmachen;gewiß ist, daß bei ihm und seinem Hanse der Name und auchdas Schloß Liechtenstein blieb, während die Brüder sich nachihren eigenthümlichen Besitzungen nannten. Zu diesem Stamm-namen kam dann durch ihn, wie wir alsbald sehen werden, dieBezeichnung von Nikolsburg hinzu, welche dem Hause bis gegenden Ausgang des 16. Jahrhunderts zur Unterscheidung von dersteirischen Familie Licchtenstein-Murau zu eigen geblieben ist.