Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
272
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daß das Schloß Trmtschin wohl nicht pfandweise an Frau Annavon Liechtenstein übergegangen sei, daß diese aber in jedem Falleeine betrachtliche Summe darauf hergeliehen habe, da nach demDatum vom 25. Juli Sigmund von Liechtenstein für sich selbstund anstatt seiner Brüder bittet, ihnen aus dem TrentschinischenPfandschilling 15.000 Guldenvon weiland Anna von Liechten-stein, geborncn Neumannin herrührend" verabfolgen zu lassen.Anna war aber damals noch, wie wir wissen, am Leben undhatte nur den Namen Liechtenstein mit dem von Ungnad ver-tauscht, und wie konnten Sigmund und seine Brüder Ansprücheans diese Pfandsumme erheben, die schwerlich ans liechtensteini-schen Geldern ausgezahlt war, es sei denn, daß sie mit einemTheil des Kaufschillings für Murau auf die Trentschiner Pfand-summc angewiesen waren? Die Sache wird nicht deutlicherdurch eine spätere Nachricht, die vom 9. December 1602lautet:Herr Wolf Jörger soll Herrn Karl von Liechtensteinwegen eines Contracts, den Herr Jörger mit weiland FrauenAnna von Liechtenstein um Getraide und andere Nothdurften desProviantwesens aufgerichtet hat, unangefordert bleiben lassen."Obwohl unsere Quelle diese Mittheilung mit den obigen zusam-menstellt, so bezieht sie sich wahrscheinlich gar nicht auf dieselbeAnna von Liechtenstein, sondern aus die Gemahlin Karls desersten Fürsten von Liechtenstein.

Unser Sigmund war im Jahre 1595 noch am Leben, wo ermit im Verzeichnis; der ständischen Abgeordneten des HerzogthumsKärnthen erscheint. Unsere handschriftlichen Nachrichten betrachtenihn als den letzten des steirischen Hauses Liechtenstein, was abernicht richtig ist, da er, wie schon gesagt, Nachkommenschaft hatte,die ihn überlebte. Bucelin nennt einen Sohn Otto, den achtendieses Namens, der sich auch mit voller Sicherheit nachweisenläßt. Er war der letzte und schloß in der That die lange Reiheder Angehörigen seines Hauses ab. Im Jahre 1610 hielt ersich, wahrscheinlich als Studirender, in Padua ans und schriebsich dort in das Stammbuch eines Freiherrn Sigmund Gablkofer