Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
268
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die Wittwc des Frcihcrrn Johann Jacob von Thonhausen, einegcborne Nenmann von Wasscrlconburg in Kärnthcn").

Diese Anna, eine Tochter Wilhelm Ncnmanns ans einemGeschlechtc, das sich dnrch Bergbau Rcichthümer erworben hatte,und der Barbara von Rumpf aus einem edlen kärnthncrischcnHause, geboren am 25. November 1535, zeichnete sich nichtweniger durch ihren großen Reichthum, ihre Anhänglichkeit an dieneue religiöse Lehre, durch ihren Geist, als auch durch den Um-stand aus, daß sie nach und nach sechs Männer zur Ehe gehabthatte, welche Ehen sämmtlich kinderlos geblieben waren. Ihr ersterGemahl war der erwähnte Johann Jacob Freiherr von Thon-hausen, mit welchem sie im Jahre 1557 vermählt wurde; nachdessen Tode hcirathctc sie unseren Christoph von Liechtenstein imJahre 1566. Diese Ehe dauerte bis an des letzteren Tod 1586.1582 vermählte sie sich zum dritten Male mit Ludwig vonUngnad Freiherrn zu Sonnegg, der aber bereits zwei Jahredarauf wieder starb. Ihm folgte als vierter Gemahl Karl vonTeuffenbach im Jahre 1586, als fünfter der Graf Ferdinandvon Ortenburg im Jahr 1611, und sodann als sechster undletzter der Graf Georg Ludwig von Schwarzenberg im Jahr1617. Die Gräfin Anna war damals nicht bloß bereits hoch-bejahrt, sondern ihr sechster Gemahl war ohnedem noch jung,indem er erst 1586 geboren war. Das Verhältniß wurde aberdadurch von Bedeutung, daß Anna ihrem jungen Gemahl ihrganzes Vermögen verschrieb, wodurch nach ihrem Tode — siestarb am 18. December 1623 und liegt in der Kirche zu Muraubegraben — die Hauptbesitzung der Liechtensteiner und ihre Jahr-hunderte lange Residenz Murau an das Haus Schwarzenberggedieh.

') Siehe über sie den Excurs von Bergmann in den Mittheilungender k. k. Centralcommission 1860. 207 ff. Bei Bucelin heißt sie Barbara,es kann aber sowohl nach ihrem Epitaph, sowie nach andern in Muranvorhandenen Urkunden über die Richtigkeit des Vornamens Anna keinZweifel sein.