— 214 —
Ebenso wie Schloß Liechtenstein theilten beide Brüder auchdie Francnbnrg, das Erbe ihres Vaters, zwei Jahre später1385!).
Von Friedrich von Liechtenstein, dem ersten dieses Namens,erfahren wir sehr wenig. Wir haben ihn bei der Theilung undErbschaftsangclegcnheit im Jahr 1346 getroffen und wieder imJahr 1353 mit seinen Brüdern bei dem Rückvcrkauf vonSt. Georgen an das Kloster Herzogcnbnrg. Die nächste Nach-richt ist vom Jahre 1377, nach welcher ein Friedrich von Liech-tenstein den Herzog Albrecht ans dein Zug nach Preußen beglei-tete, da er aber hier mit anderen Namen der nächstfolgendenGeneration aus dem Hause Liechtenstein zusammen genannt wird,so dürfen wir auch annehmen, daß dieser Friedrich bereits der^ jüngere ist. Demnach dürfte der ältere früh gestorben sein.
Johann von Liechtenstein, war mit Anna von Pettauvermählt und ist nicht zu verwechseln mit seinem ungleich bedeu-tenderen Zeitgenossen Johann von Liechtenstein von Nicolsburgaus dem österreichischen Hause. Es sind nur wenige Nachrichten,die wir über den steirischen Johann zu Liechtenstein besitzen undeinige davon sind bereits gelegentlich bei seinen Brüdern erwähnt.Um das Jahr 1357 scheint er ein Haus zu Wien bei St. Clara(vielleicht wo heute das alte Opernhaus steht) besessen zu Habens.Am 2. October 1366 bekennt er, daß er seinen Oheim Friedrichvon Auffenstein für 1266 Pfund wiener Pfennige, die er, Hansvon Liechtenstein, seiner Gattin Anna zur Wiederlage geben soll,laut des ihrem Vater Friedrich von Pettan hierüber ertheiltenSchuldbriefes, als Bürgen gestellt habe^). Am 4. April 1364unterzeichnete er mit seinem Bruder Andreas zu Wien die An-erkennung des Erbfolgevertrags der beiden Häuser Habsburg undLuxemburg. Im Jahre 1377 verwickelte ihn eine Erbschafts-
>) Muchar, VII. 25, 26.
2) Pez, II. 471. NseroloAinin ??. Niuornin donvsutnnlinmVikmnsnsinm.
2) Urk. im Archiv des Finanzministeriums.