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1 (1868)
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Wir werden später sehen, wie in dem Hause Liechtcnstein-Nikolsburg ein gleiches Beispiel noch viel auffallenderer Art sichfindet. In der Geschichte selbst sind freilich beide Rudolfe schweroder gar nicht zu scheiden; sie kommen auch, unsers Wissens,nach dem Jahr 1346 nicht wieder zusammen vor. Ein zweitesBedenken könnte die Frage erregen, ob in der erwähnten Ur-kunde auch der Bischof Konrad von Chiemsee den Brüdern bei-gezählt worden, oder ob er nicht vielmehr ihr Onkel sei undeines mit jenem Bruder Ottos und Rudolfs des NamensKonrad, der, wie wir schon gesehen haben, Geistlicher wurde.-Auch diese Frage wird durch die anderen Urkunden in dem crsterenSinne entschieden, sowie durch eine spätere vom Jahr 1357,in welcher er mit seinem Bruder Otto an das Stift Scckaueine Schenkung macht >). Er gehörte jedenfalls den älterenBrüdern an, da er schon 1329 ans den bischöflichen Stuhlgelangte 2).

Die Reihenfolge der Söhne Rudolfs I. dürfte demnach diefolgende sein: Rudolf (II.), Konrad, Otto (IV.), Andreas,Friedrich, Iohann, Rudolf (III.) Hierzu kommen nun vierSchwestern: die älteste Elisabeth, schon 1333 mit Friedrichvon Stubenberg vermählt, sodann Kunigunde, die im Jahr1346 bei den Erbschaftsangelegenheiten als Gemahlin vonFriedrich von Wallsce erwähnt wird ^); zwei andere SchwesternAgnes und Katharina werden in einer anderen Urkundevom 3. Jän. 1349 genannt, mit welcher ihre Schwester Elisabethvon Stubenberg auf alle Erbansprüche auf die Hinterlassen-schaft ihres Vaters verzichtet, jedoch bestimmt, daß ihre müt-terliche Hinterlassenschaft, im Falle ihre Brüder ohne Erbenmit dem Tode abgehen, auf ihre Schwestern fallen soll^).

>) Fröhlich, I. 280.

2) Hopf, geneal. Atlas s. v. Chiemsee; sein Tod ist hier aber mit1354 irrthiimlich angegeben.

2) Notizblatt a. a. O.

Notizblatt 1859. 138 Nr. 118.