Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

— 95 —

bei dein ersten Stoß wurde ihm der Daumen verrenkt und ermußte den Kampf aufgeben. Auch an Ulrichs Stelle tratennun seine Ritter von der Tafelrunde, Pareival, Gawan, Jwcinund Tristan, denen Rüther "), Lanzclot, Erck und Segramorsfolgten. Diese allein stachen mit mehr denn siebzig Rittern.So ging es bis zum Abend, dann ebenso die nächsten Tagebis zum fünften Tag.

Da schickte Herzog Friedrich einen Boten und ließ bitten,weil er sehr beschäftigt sei und von hinnen müsse, das Tjostircnaufzugeben und ein Turnier in zwei Hälften zu bilden; dabeiwolle er selbst drei Speere mit König Artus vcrstechen. DieRitter waren deß zufrieden und wünschten, daß der König deneinen Haufen führe, der Herzog den anderen. Dieser abererklärte, er wolle unter dem Banner der Prenssel theilnchmcn.So wurden die beiden Brüder, Heinrich und Wcrnhard, dieFührer des einen Haufens, mit ihnen waren Otto von Meissauund andere; bei Ulrich waren seine Tafelrnndcr, deren drei-zehn geworden waren, dann der Schenk von Habcchsbach,Heinrich von Liechtenstein, Kadold Waise und Otto von Haselan.Nicht lange aber hatte das Turnier seinen Anfang genommen,als der Herzog wieder schickte, er sei leider verhindert zu kommen.So ging zu großem Leidwesen aller das Turnier zu Ende.

Ulrich wollte nun nach Krnmman zum Turnier ziehen,aber vor Wien traf ihn ein Knappe des Herzogs Friedrichs,welcher ihn zu sich nach Hindbcrg 2) entbot. Hier eröffnete ihmdieser, der König von Böhmen trage ihm, dem Herzoge, Haßund werde wahrscheinlich die österreichischen Ritter in Krnmmanzum Pfände zurückbehalten; Ulrich möge daher nicht hingehenund er werde auch die anderen Ritter abhalten. Ulrich folgtedem Herzog mit großem Leide und bat nur, sein Ausbleiben

h Der Name ist wohl genommen von König Rother aus demHeldenbuch.

2) Himberg bei Laxcnbnrg.