Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
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ellenhohen Busch von Pfauenfedern auf dem Helm, und einemWaffenrock von rothcm Sammt. Ulrich nahm seinen Speer zuHand, als der Domvogt zum Stoß gegen ihn geritten kam;mit demselben kam noch ein zweiter, Gundackcr von Stcier.Ulrich verfehlte absichtlich den ersten, traf aber den zweiten amHalse dort, wo Schild und Helm zusammengehen, daß derRingkragen losgerissen wurde und der starke Mann sich einwenig neigte. Nun erhob sich von allen Seiten ein solchesGedränge von Spcerstechcn, daß es keinen Raum mehr gabund oft ihrer drei zugleich gegen Ulrich anrannten. So vorstacher zwanzig Speere und traf dann noch Herrn Konrad vonStreitwiesen so gewaltig, daß er ans das Feld niederstürzteund großer Lärm und Gespötte darüber entstand. Wie dieKönigin Venus hier die Ritter niedersticht, rief man ans; niesah man Frauen also die Ritter niederwerfen, wie sie hier dieKönigin niederwirft. Nachdem Ulrich noch zehn Speere vcr-stochcn hatte, wurde es seinem Marschalk zu viel. Der biedereDomvogt führte die Königin aus dem Gedränge, ließ sie sichcntwappnen und Franenkleider anlegen und sich auf einemTeppich niedersetzen, dem ferneren Waffenspiel zuzuschauen.Böse Reden führten dann noch eine Zornaufwallung bei Had-mar von Kuenring herbei, der gelobte, daß die Königin niedcr-licgcn müsse.

Am nächsten Morgen begann das Stechen abermals inNeuenburg (Korneuburg), wohin Ulrich mit dem ganzenGefolge der Ritter gezogen war. Als es Abend geworden undUlrich bereits müde war von vierzig verstochenen Speeren,rannte noch ein Ritter gegen ihn an, welchen man ihm alsdenjenigen bezeichnete, den Hadmar gegen ihn abgeschickt habe.Ulrich aber sah sich vor und sprengte so gegen ihn heran, daßer das Roß desselben zum Falle brachte und der Sattel abge-rissen wurde. Hadmar brachte schnell einen anderen Sattel;im zweiten Rennen nahm Ulrich wieder einen solchen Anlauf,daß der 'Gegner furchtsam auswich und ihm der Helm vom

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