Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
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Als Ulrichs Kämmcrcr zurückkam, hatte er große Mühe denZürnenden zu besänftigen: immer besser sei es noch die Ge-schenke zu nehmen, als sie den Badern zu lassen nnd die schoneDame, welche sie gesendet habe, zu beleidigen. Ulrich aber nahmsie dennoch nicht, sondern überließ sie alle seinem Kämmcrcrnnd blieb unmuthig den ganzen Tag; auch konnte ihn der Briefnicht beruhigen, in welchem eine Dame, die einstweilen unbe-kannt bleiben wolle, bis sie ihn selber sähe, die Königin bat,diese Geschenke um aller wcrthcn Frauen willen anzunehmen,deren Gruß und Ehre er wohl verdient habe.

Auf der weiteren Fahrt nach Wien wurde Ulrich an derBistnitz (Picsting) von dreißig Rittern empfangen, unter ihnenHerr Wolfker von GorS, der sich der Königin zum Kämmcrcranbot, und Gottfried von Dotzcnbach, letzterer im Auftrageseines Herrn, des Domvogts von Rcgcnsburg, der ihr Mar-schalk zu werden wünschte. Ulrich nahm diese Erbieten an,jedoch müßten die Herren die Acmtcr mit dem Speer sich ver-dienen. Darauf rüstete sich Wolfker zu Traiskirchcn glänzendwie der Sonnenschein und erwartete Ulrich; im schönen Tjostzerstoben beider Speere und die Königin verlieh ihm dann seinAmt als Kämmerer. Er trat auch dasselbe alsbald an, nachdemnoch eine Reihe von Speeren »erstochen war, indem er mitacht Gesellen erschien, der Königin Harnisch nahm, ihn säubernhieß und die Königin selbst am Zaume zur Herberge führte.

Am nächsten Morgen auf der Straße nach Malansdorf(Möllersdorf bei Traiskirchcn) stieß Ulrich unerwartet auf seinenBoten, der mit Botschaft von seiner Herrin kam. Um sich nichtzu vcrrathcn, crwicdcrtc Ulrich seinen Gruß nicht. Als dieserihm aber nachritt und mit dem Anfang aus einem Lied vonWalter von der Vogclwcidc die Worte sang:

„Ihr sollt sprechen: Seid willkommen!

„Der euch Mohre bringet, das bin ich," tz

>) Fraucndicnst 240.

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