Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
363
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schiedencn Angriffe, die, obgleich mit der größten Tapferkeitunternommen, fruchtlos blieben. Da gewahrte der Fürst, daßdie Franzosen seitwärts der Waldspitze oberhalb Hausen, welcheman immer ohne Erfolg angriff, eine Linie Infanterie aufge-stellt hatten, die sich an dem Walde befand und den Bataillonen,welche den Eingang in denselben vcrtheidigten, die Flanken deckte.Der Fürst glaubte, daß die Vertreibung dieser Infanterie viel-leicht eher zum Zwecke führen würde, eilt zum Regiment Würz-burg, nimmt eine Fahne in die Hand und setzt sich an dessenSpitze, feuert durch sein hcldenmüthiges Beispiel die Tapferkeitder Soldaten an und rückt im Sturm, ohne einen Schuß zuthun, gegen die feindliche Infanterie vor. Der Angriff erfolgtmit Nachdruck, der Feind wird geworfen. In dem Walde aberfinden unsere Truppen einen so hartnäckigen Widerstand, daß esaußer ihren Kräften liegt, weiter zu kommen. Es entspinnt sichein mörderisches Feuer, und der General Fürst Aloys Liechten-stein, von mehreren Kugeln getroffen, erhält einen Schuß insBein, der ihn sinken und den Kampfplatz verlassen macht')."Unfähig im Moment weiter zu dienen, wurde der Fürst zuseiner Heilung nach Wien gebracht. Hier blieb er während derfranzösischen Occupation und wurde von den Franzosen alsGefangener angesehen, aber mit aller Rücksicht und Achtung be-Handelt2). Das Jahr 1809 brachte dem Fürsten zu seinenWunden auch das Commandeurkreuz des Maria Theresien-ordens.

Der große Feldzug Napoleons gegen Rußland im Jahre1812 führte den Fürsten Aloys mit seinem Bruder Moriz imösterreichischen Hülfscorps auf das polnische Kriegstheater. Dies-mal standen die Brüder an der Seite der Franzosen. Des

y Hirtenfcld, 851.

2) Nach Wolf, 316, war er genesen und wieder zur Armee eingerücktund nahm Theil an der Schlacht bei Aspern, wo er aufs Neue verwundetwurde. Dies scheint ein Jrrthnm zu sein.