Druckschrift 
3 (1882)
Entstehung
Seite
351
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Katastrophe, welche die österreichische Armee unter der LeitungMack's getroffen hatte, war Fürst Moriz (wie auch sein BruderAloys) mit in Ulm eingeschlossen worden. Ihm wurde dertraurige Auftrag zu Thcil, über die Cnpitulationsdcdingungenmit dein Kaiser Napoleon zu unterhandeln.

Mehr denn 20,000 Ocstcrrcichcr befanden sich in Ulm am15. October eingeschlossen. Da man sich auch die Ulm über-ragenden und beherrschenden Höhen hatte von den Franzosenentreißen lassen, so war eine Eapitulation vor der ganzen um-schließenden Armee Napoleons wohl über kurz oder lang eineNothwendigkcit. Aber ein Festhalten der Feinde für wenige Tageoder Wochen mehr hätte der zersprengten und sich neu bildendenösterreichischen Armee Zeit gegeben. Dieses war es, was Napo-leon verhindern wollte. Er schickte daher zunächst den OberstenPhilipp von Segur in die Stadt, zur Eapitulation aufzufordern.Mack zeigte sich bereit zu capitulircn und schickte nun denFürsten Moriz in das Lager Napoleons zur Unterhandlung.Der Kaiser bot alles auf, dein Fürsten die Lage so hoffnungsloswie möglich zu schildern, wie denn auch in der That ein Ent-satz wenigstens auf so lange, als es noch Lebensmittel in derStadt gab, nicht in Aussicht stand. Am nächsten Tage ließ erDrohungen folgen, und Mack ließ sich in der That einschüchtern.Man stritt über die Zeit der Eapitulation. Am 17. Octoberverstand sich der Kaiser dazu, sechs Tage Zeit zu bewilligen, wo-nach Fürst Moriz sich wiederum in das französische Lager be-gab, die näheren Bestimmungen zu verabreden. Am 25. sollteStadt und Heer den Franzosen überliefert werden, wenn nichtbis dahin ein Entsatz erschienen sei; die Offiziere sollten auf ihrEhrenwort, im Kriege nicht weiter zu dienen, entlassen werden.Fürst Moriz hatte auch die Entlassung der Soldaten verlangt,allein Napoleon, der Anfangs dazu geneigt schien, hatte auchdie Ueberlieferung der Soldaten bei Mack durchgesetzt. Ja mehrnoch: Mack, der am 19. Napoleon in Elchingen aufsuchte, ließsich von demselben überreden, die Stadt schon am 20. zu über-